Mittwoch, 15. Dezember 2004

Keine Eiszeit in der NHL: Verhandlungen verlaufen ein weiteres Mal ergebnislos

  • Ausfall der kompletten Saison nicht mehr zu verhiindern
  • Funkstille: Keine weiteren Gespräche vereinbart

Der Ausfall der kompletten Saison in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL ist kaum noch zu verhindern. Auch eine weitere Verhandlungsrunde zwischen Spielergewerkschaft und Ligaführung brachte keine Einigung im schon drei Monate dauernden Arbeitskampf.

NHL-Chef Gary Bettman lehnte den Gewerkschaftsvorschlag einer pauschalen 24-prozentigen Gehaltskürzung für alle Profis ab und beharrt weiter auf einer Einkommens-Obergrenze. Dies wiesen die Profivertreter ihrerseits zurück. Weitere Gespräche wurden nicht vereinbart.

Da die Spiele frühestens nach einem Vorlauf von etwa sechs Wochen beginnen könnten, wird die Zeit für eine Einigung knapp. Als letzter Termin dafür gilt der Jänner. Weil die Positionen trotz des Ausfalls von mittlerweile schon mehr als 400 Begegnungen und der Absage des traditionellen All-Star-Spiels aber verhärtet sind, könnte nun die komplette Saison dem Arbeitskampf zum Opfer fallen. Inzwischen sind fast 300 NHL-Profis zu europäischen Vereinen gewechselt.

"Wir kennen nur eine Möglichkeit, unsere Probleme zu lösen, falls nicht auf wundersame Weise noch jemand mit einem anderen Vorschlag kommt. Aber da bin ich höchst skeptisch", sagte Bettman, der auch eine Luxussteuer für Klubs ablehnte, die gewisse Grenzen im Gehaltsbudget überschreiten. Eine generelle 24-prozentige Kürzung entlaste die 30 Teams, von denen viele Verluste einfahren, nur kurzfristig.

Insgesamt sollen die Klubs nach dem Willen der NHL zwischen 34 und 39 Mio. Dollar pro Saison für Spielergehälter ausgeben. Während Einigkeit über ein Minimalgehalt von 800.000 Dollar besteht, müssten die 41 Spieler mit einem Jahreseinkommen von mindestens fünf Millionen Dollar Einbußen von 35 Prozent hinnehmen. Bei geringeren Gehältern fällt der gestaffelte Abschlag kleiner aus, das Minimum sind 15 Prozent. (apa)

15.12.2004 11:28