Fall Juschtschenko wird neu aufgerollt: Kiew kündigt neue Untersuchung an!
- Deutscher Toxikologe zweifelt an rascher Genesung
- Depressionen und Selbstmord-Gedanken möglich
·Ukraine: Schwere Staatskrise beigelegt
Parlament stimmt einer Reform des Wahlrechts zu
Nach der Bestätigung einer Dioxinvergiftung von Oppositionsführer Juschtschenko hat das Parlament in Kiew weitere Untersuchungen zu dem Fall angekündigt. Ausschussvorsitzender Siwkowytsch, der Anhänger von Premier Janukowitsch ist, glaubt jedoch nicht, dass eine absichtliche Vergiftung bewiesen werden könne. Ein Münchner Toxikologe zweifelte zwischenzeitlich an den Aussagen der Wiener Ärzte: "Ich nehme an, dass er sehr krank ist." Auch Selbstmordgedanken wären nicht auszuschließen!
Bereits im Oktober hatte sich ein Ausschuss unter Leitung Siwkowytschs mit der plötzlichen Erkrankung Juschtschenkos im Wahlkampf befasst und kam zu dem Schluss, dass der Oppositionsführer unter einem viralen Infekt und anderen Krankheiten leide. Die Wiener Privatklinik Rudolfinerhaus hatte am Sonntag jedoch nach ausführlichen Untersuchungen eine Vergiftung diagnostiziert. Auch die ukrainische Staatsanwaltschaft kündigte daraufhin an, ihre im Oktober ohne Ergebnis eingestellten Ermittlungen wieder aufzunehmen.
Hat Juschtschenko Selbstmord-Gedanken?
Der Münchener Toxikologe Max Daunderer äußerte unterdessen Zweifel an den Aussagen der Wiener Ärzte, wonach Juschtschenkos Gesundheitszustand insgesamt wieder befriedigend sei. "Ich nehme an, dass er sehr krank ist", sagte der Professor. Nach einer Dioxinvergiftung sei davon auszugehen, "dass jetzt alle Organe gefährdet sind". Außerdem führe das Gift zu erheblichen Änderungen der Persönlichkeitsstruktur, Depressionen und Selbstmord-Gedanken. Dioxin sei daher typisch für Mordanschläge von Geheimdiensten. (apa/red)
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