Dienstag, 7. Dezember 2004

USA bekräftigen Ablehnung von Kyoto-Protokoll: EU will ein Nachfolgeabkommen

  • Frankreich rechnet mit Anwendung von Kyoto der USA
  • Entwicklungsländer sind gegen Nachfolgeregelung

Bei der zehnten Weltklimakonferenz in Buenos Aires haben die USA ihre Ablehnung des Kyoto-Protokolls bekräftigt. "Wirtschaftliche Entwicklung ist die Bedingung für die Annahme von Maßnahmen gegen den Klimawandel", sagte der US- Verhandlungsführer Harlan Watson am Montag. Frankreichs Umweltminister Serge Lepeltier rechnet hingegen damit, dass die USA mittelfristig das Kyoto-Protokoll anwenden.

Watson rief reiche und arme Länder auf, sich den USA anzuschließen und sich "für Wirtschaftswachstum, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Ausweitung sauberer Energiequellen einzusetzen". Gespräche über eine Regelung für die Zeit nach 2012, wenn das Kyoto-Protokoll ausläuft, halten die USA für "verfrüht".

Auch die Gruppe der Entwicklungsländer (G77) erteilte einer Neuregelung eine Absage. "Es wird keine neuen Vereinbarungen geben", sagte der derzeitige G-77-Präsident Mohammed El Maslamani aus Katar. Die EU hält dagegen angesichts des rasanten Klimawandels ein Nachfolgeabkommen für unausweichlich. Auch das Gastgeberland Argentinien betonte die Notwendigkeit weitergehender Maßnahmen.

Nach Einschätzung des französischen Umweltministers Serge Lepeltier werden auch die USA mittelfristig das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz anwenden, gegebenenfalls gegen den Willen der Regierung in Washington. In Europa angesiedelte US-Industrieunternehmen müssten die Kyoto-Regeln respektieren und entsprechende Fertigungstechniken entwickeln, sagte Lepeltier am Dienstag im Pariser Radiosender France Inter. Dadurch würden "die Vereinigten Staaten in die Zange genommen", zumal etwa 20 US-Bundesstaaten wie Kalifornien bereits eigenständig den Kampf gegen Schadstoffemissionen aufgenommen hätten, um den Treibhauseffekt zu begrenzen. (apa)

7.12.2004 12:17