Sonntag, 12. Dezember 2004

"Schlechte Behandlung": Saddam Hussein im Gefängnis in Hungerstreik getreten!

  • Mit elf weiteren hochrangigen irakischen Häftlingen

Der frühere irakische Präsident Saddam Hussein und elf weitere ranghohe Mitglieder der einstigen Führung in Bagdad sind nach Angaben eines Anwalts im Gefängnis in den Hungerstreik getreten.

Er verfüge über "sichere Informationen", wonach Saddam Hussein und elf weitere Häftlinge am Freitag "aus Protest gegen ihre schlechte Behandlung" einen Hungerstreik begonnen hätten, sagte der irakische Anwalt des früheren Vize-Ministerpräsidenten Tariq Aziz, Badiaa Aref Ezzat, am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Saddam Hussein war vor einem Jahr, am 13. Dezember 2003, in einem Erdloch nahe seiner Heimatstadt Tikrit gefasst worden. Er ist wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.

US-Armee dementiert Husseins Hungerstreik
Die US-Armee im Irak hat Angaben über einen Hungerstreik von Saddam Hussein zurückgewiesen. "Ihm geht es gut, und er befolgt seine normale Alltagsroutine, was auch die Einnahme von Mahlzeiten einschließt", sagte Armeesprecher Barry Johnson am Sonntag in Bagdad.

Er wollte nicht ausschließen, dass einige andere Gefangene aus der früheren irakischen Führung die Nahrungsaufnahme verweigerten: "Einige von ihnen haben wohl einige Mahlzeiten abgewiesen", dies sei aber kein Hungerstreik.

Der irakische Anwalt des früheren Vize-Ministerpräsidenten Tarek Aziz, Badiaa Aref Essat, hatte zuvor erklärt, Saddam Hussein und elf weitere Gefangene seien aus Protest gegen ihre Haftbedingungen in einen Hungerstreik getreten. (apa)

12.12.2004 18:39