Bombenexplosion auf Markt: Mindestens 13 Tote bei Anschlag auf den Philippinen
- 60 weitere Personen wurden bei Detonation verletzt
Bei einer Explosion auf einem belebten Markt in der Stadt General Santos im Süden der Philippinen sind am Sonntag mindestens 13 Menschen getötet und rund 60 Personen verletzt worden. Unter den Todesopfern befänden sich auch zwei Kinder, hieß es. Unklar blieb zunächst, wer hinter der Tat steckte. Während die Polizei auf jüngste Berichte über Drohungen der radikal-islamischen Gruppe Abu Sayyaf verwies, schloss der Bürgermeister der Stadt, Pedro Acharon, einen Streit unter Händlern als Hintergrund nicht aus.
"Wir ermitteln noch, um Art und Beschaffenheit des bei dem Anschlag verwendeten Sprengsatzes festzustellen", sagte der örtliche Polizeichef, Antonio Billiones. Drei Menschen seien noch am Ort der Detonation verstorben, zehn weitere in verschiedenen Krankenhäusern.
Die Behörden sprachen von einer sehr heftigen Explosion in einer Fleischhauerei. Das gesamte Dach des Marktes sei bei der Detonation weggerissen worden. Wie die Polizei mitteilte, war der Sprengsatz oder die Granate offenbar in einer Kiste versteckt worden. Zwei Stände wurden völlig zerstört.
Käufer und Händler flohen nach der Detonation in Panik, während die Polizei den Marktplatz abriegelte. "Die Erde hat gebebt. Das war eine laute Explosion", sagte eine von der der Explosion benommene Frau.
"Ich will zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht spekulieren, welche Gruppe hinter dem Anschlag stecken könnte, weil zahlreiche Rebellengruppen in der Stadt operieren", erklärte der Polizeichef. Anfang September habe die Polizei Berichte der Geheimdienste über angebliche Anschlagspläne von Abu Sayyaf in der Stadt erhalten. Es sei jedoch zu früh, die Tat irgend einer Gruppe anzulasten.
Der Bürgermeister wies Spekulationen über einen extremistischen Hintergrund indes zurück. Er habe Informationen erhalten, wonach zwei Inhaber von Marktständen um die Kontrolle des Marktes stritten. "Wir waren alarmiert, weil wir vor vier Tagen von einem Plan gehört haben, den Markt in Brand zu setzen. Das wird dem Werben der Stadt um Investoren und Touristen schaden", sagte er.
Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo verurteilte die Bluttat aufs Schärfste. Die Sicherheitskräfte würden alles unternehmen, um die Hintermänner zu fassen, sagte sie.
Bei dem bisher letzten größeren Anschlag in General Santos waren im April 2002 mindestens 15 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Die Behörden schrieben das Attentat der militanten Moslem-Gruppe Abu Sayyaf zu. Gleichzeitig wurde vermutet, dass die Tat von der radikal-islamischen Organisation Jemaah Islamiyah mit geplant und finanziert worden war. Die Gruppe soll auch hinter dem Blutbad auf der indonesischen Ferieninsel Bali stecken, bei dem im Oktober 2002 mindestens 202 Menschen ums Leben gekommen waren. (apa)
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