Marcello Dell'Utri verurteilt: Neun Jahre Haft für Nummer Zwei der Forza Italia
- Zweiter Angeklagter fasste 7 Jahre Haft aus
·Verjährt: Freispruch
für Silvio Berlusconi!
Italiens Premier soll 1991 Richter bestochen haben
Marcello Dell'Utri, stellvertretender Vorsitzender der Forza Italia, der Partei des italienischen Regierungschefs Berlusconi, ist am Samstag von einem Gericht in Palermo wegen Mafia-Verstrickungen zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Er wird auch keine öffentliche Ämter mehr bekleiden können. Der zweite Angeklagte im Prozess, Gaetano Cina, wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt.
Die Staatsanwälte in Palermo warfen dem 63-jährigen Dell'Utri vor, in den achtziger Jahren und bis 1994 Verbindungen zur sizilianischen Mafia gepflegt zu haben. Sie hatten deswegen elf Jahre Haft für den Politiker gefordert. Die Richter betonten, dass Dell'Utri - er ist seit 1994 Parlamentarier der Forza Italia - der Mafia Schmiergelder gezahlt habe.
Die Staatsanwaltschaft von Palermo, die seit acht Jahren gegen Dell'Utri ermitteln, sahen die "Nummer zwei" der Forza Italia als "Garanten der Mafia-Interessen in Berlusconis Holding Fininvest". Über 30 Jahre lang, ab den siebziger Jahern, sei Dell'Utri im Dienst der Mafia gestanden. "Er war ein Botschafter der Cosa Nostra", betonten die Ermittler. Sie bestritten, dass sie mit den Ermittlungen gegen Dell'Utri eigentlich den italienischen Regierungschef Berlusconi verfolgen wollten.
Dell'Utris Verteidiger Enzo Trantino zeigte sich wegen der Verurteilung seines Mandanten zutiefst enttäuscht. Dell'Utri sei auf Grund der Aussagen unglaubwürdiger Zeugen verurteilt worden. Er kündigte Einspruch gegen das Urteil an. (apa)
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