Freitag, 10. Dezember 2004

Wahlen im Irak am 30. Jänner: Insgesamt 198 Parteien stellen sich der Bevölkerung

  • Radikaler Prediger al-Sadr hat sich nicht registriert

An den Wahlen im Irak können sich insgesamt 198 Parteien beteiligen. Die Registrierung der Parteien für die Parlaments- und Regionalwahlen am 30. Jänner endete am Freitag. Die wichtigsten Schiiten-Parteien hatten sich nur wenige Stunden zuvor zu einem breiten Wahlbündnis zusammengeschlossen. Die Bewegung des radikalen Predigers Muktada al-Sadr wird sich als einzige der großen schiitischen Parteien nicht an dem Urnengang beteiligen.

Der Sprecher der Unabhängigen Wahlkommission, Farid Ajar, erklärte in Bagdad, die registrierten Parteien hätten jetzt noch bis zum 15. Dezember Zeit, um Bündnisse zu schmieden und festzulegen, welche Namen auf ihren Kandidatenlisten stehen sollen.

Die Schiiten-Parteien schlossen sich am Donnerstag mit Segen von Großayatollah Ali al-Sistani zu einer Koalition zusammen. Dem Bündnis gehören auch einige Sunniten und Angehörige ethnischer Minderheiten an. Draußen blieb Muktada al-Sadr. "Wir halten an unserer Position fest und werden die Wahlen boykottieren", sagte Al-Sadrs Vertrauter Jaber al-Chafadschi. Zur Begründung sagte er, die Übergangsregierung habe ihr Versprechen gebrochen, für die Freilassung aller Mitglieder der Sadr-Bewegung aus US-Militärhaft zu sorgen.

Die von Al-Sistani unterstützte Liste nennt sich "Nationale Irakische Alllianz". Ihr gehören unter anderem der Hohe Rat für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI), die Dawa-Partei, die irakische Hisbollah sowie der umstrittene Vorsitzende des Irakischen Nationalkongress (INC), Ahmed al-Chalabi an.

Unterdessen wurde ein im Oktober im Irak verschleppter Lastwagenfahrer aus Bangladesch von seinen Geiselnehmern freigelassen. Der Sender Al Arabiya berichtete, mit ihm sei ein Lastwagenfahrer aus Sri Lanka freigekommen. Erneut gab es nach Medienberichten mehrere Tote und Verletzte bei Anschlägen und Kämpfen im Irak.
(apa)

10.12.2004 17:58