Freitag, 10. Dezember 2004

Spekulation um Nachfolge Ernst Strassers:
Wiener FPÖ-Chef Strache will Innenressort!

  • "Sollte ich gefragt werden, hätte ich durchaus Interesse"
  • Strasser verteidigt Abgang, LH Erwin Pröll übt Kritik

Nach dem Rücktritt von Ernst Strasser rätselt Österreich über den Nachfolger im Innenressort. Zwar hat Bundeskanzler Wolfgang Schüssel Verteidigungsminister Günther Platter mit den Aufgaben betraut, wie lange er dieses Amt allerdings inne haben wird, ist unklar. Der Wiener FP-Chef Heinz-Christian Strache hat sein Interesse bereits bekundet.

Der Wiener FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache gab seine Ambitionen auf das Amt des Innenministeriums bekannt. "Sollte ich gefragt werden, hätte ich durchaus Interesse". Er warf Strasser ein "Maulheldentum" vor.

Strasser selbst erklärte, er wäre auch nicht gelieben, wenn er in absehbarer Zeit Kanzler werden hätte können. "Nein. Erstens ist es, glaube ich, über meinem Level. Dazu wäre ich nicht geeignet". Er, Strasser, habe "vielleicht andere Fähigkeiten als die, die man als Bundeskanzler braucht. Es gibt in der österreichischen Politik nichts, was mich reizt".

Kritik von Erwin Pröll
Gegen eine Zusammenlegung von Innen- und Verteidigungsministerium wendet sich Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (V). Pröll sagt zum Rücktritt von Innenminister Ernst Strasser (V) und der Übernahme dieses Ressorts durch Verteidigungsminister Günther Platter (V): "Es ist ja nicht machbar, dass man mit einem Satz Innen- und Verteidigungsministerium zusammenlegt. Wie die Neukonstellation der Regierung ausschaut, ist noch offen". Es sei aber klar, dass die niederösterreichische ÖVP "eine entsprechende Stimme" bei den Beratungen habe.

Bedenken an der Zusammenlegung von Innen- und Verteidigungsressort bekräftigte auch Grünen-Chef Alexander Van der Bellen. Van der Bellen meinte, "so etwas gibt es in keinem zivilisierten Staat der Welt, das ist ein unerträglicher Zustand".
(apa/red)

10.12.2004 22:07