Umfrage von Transparency International: Parteien sind die korruptesten Institutionen
- TI-Vorstand: Politiker nicht "über das Recht stellen"
- Schmiergeldzahlungen unter anderem in Tschechien
Die politischen Parteien werden weltweit als die korruptesten Institutionen angesehen. Auf einer von eins bis fünf reichenden Skala der Korruption erhielten die Parteien in einer Umfrage von Transparency International (TI) in den meisten Ländern Werte über vier, hieß es am Donnerstag. Dagegen gelten Kirchen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) als wenig korruptionsanfällig.
Die politische Korruption müsse geächtet werden, Politiker dürften sich nicht "über das Recht stellen", sagte TI-Vorstandsmitglied Akere Munain in Paris. Zugleich forderte er verstärkten Druck auf die Regierungen und Parlamente, eine UNO-Konvention gegen die Korruption zu unterzeichnen. Bisher hätten dies nur zwölf Länder getan, 30 seien jedoch für das In-Kraft-Treten erforderlich, bilanzierte Munain.
In zahlreichen Ländern gab mehr als ein Fünftel der Befragten an, sie oder ein Mitglied des Haushalts hätten in den zurückliegenden zwölf Monaten Schmiergeld gezahlt. Das galt etwa in Kamerun, Kenia, Litauen, Moldawien und Nigeria, aber auch in Albanien, Tschechien, auf den Philippinen, in Russland und der Ukraine. (apa)
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