Zum 75. Geburtstag: Harnoncourt wird Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker
Der österreichische Dirigent Nikolaus Harnoncourt, der am 6. Dezember seinen 75. Geburtstag gefeiert hat, wurde Mittwoch Nachmittag zum Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker ernannt. Harnoncourt ist das 46. Ehrenmitglied in der Geschichte des Orchesters.
Harnoncourt, der bereits am Vormittag im Musikverein das Verdi- Requiem dirigiert und bei der nachmittäglichen Gedenkfeier zum 50.Todestag des Dirigenten Wilhelm Furtwängler eigene Erinnerungen an den großen Kollegen beigesteuert hatte, bekam nicht nur von Philharmoniker-Vorstand Clemens Hellsberg die Ehrenurkunde überreicht, sondern musste auch 75 Kerzen einer Geburtstagstorte ausblasen.
Hellsberg erinnerte daran, dass Harnoncourt auf den Tag genau vor 20 Jahren erstmals ein Konzert mit den Wiener Philharmonikern geleitet hatte und machte auch kein Hehl aus dem Umstand, dass man einander von entgegengesetzten Polen kommend gefunden habe. "Sie haben es sich und uns nicht leicht gemacht." Nun hoffe er nicht nur darauf, dass Harnoncourt möglichst häufig wiederkomme: "Zu uns müssen Sie jetzt kommen!" Schließlich könne die Versammlung per Beschluss jedes Mitglied zur Mitwirkung an bestimmten Vorhaben verpflichten, versicherte Hellsberg schmunzelnd.
Auch Wilhelm Furtwängler war Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker. Seiner zahlreichen Verbindungen mit der Gesellschaft der Musikfreunde, mit den Wiener Symphonikern und den Wiener Philharmonikern gedachte man zuvor im Rahmen einer "besinnlichen Familienfeier" (Musikvereins-Generalsekretär Thomas Angyan). "Ich kenne niemanden, der das Geheimnis des Musikmachens in derart vollkommener Weise beherrscht hat wie Furtwängler", versicherte Harnoncourt. Eine Übertragung von Beethovens 7. Symphonie habe ihn als 17-Jährigen einst davon überzeugt, doch den Beruf des Musikers zu ergreifen.(apa/red)
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
