Mittwoch, 8. Dezember 2004

Wurmig, verbrannt oder schimmelig: Viele Maroni dürften nicht verkauft werden

  • AK-Test in Salzburg: Schlechte Qualität der Edelkastanien
  • "Die Maroniverkäufer müssen sich zusammenreißen"

Die Qualität der Maroni auf Salzburgs Adventmärkten lässt sehr zu wünschen übrig: Bei keinem von 13 getesteten Ständen waren die Edelkastanien vollends in Ordnung, bei vier Märkten mussten die Proben nach den Bestimmungen des Lebensmittelgesetzes als verdorben beurteilt werden: Sie waren wurmig, schimmelig, verfault oder verbrannt und hätten gar nicht in Verkehr gebracht werden dürfen. Das ergab ein Test der Konsumentenberatung der Salzburger Arbeiterkammer.

Negativer Spitzenreiter war der Maroni-Stand bei einem Adventmarkt für wohltätige Zwecke in einer Umlandgemeinde: Dort waren 53,9 Prozent des Inhaltes verdorben oder verbrannt. Am besten schnitt der Maroni-Stand am Hanuschplatz in der Stadt Salzburg mit 6,2 Prozent verdorbener Ware ab.

"Mit dem Test wollen wir die Branche aufrütteln - die Maroniverkäufer müssen sich zusammenreißen", fordert Konsumentenschützer Heimo Typplt. "Es geht einfach nicht, dass heutzutage verdorbene Ware in Umlauf gebracht wird." Die Veranstalter von Adventmärkten (Vereine, Kirche, Gemeinde etc.) seien hier in die Pflicht zu nehmen. Typplt verwiest darauf, dass die Konsumenten einen zivilrechtlichen Gesetzesanspruch auf eine 100-prozentige Qualität und daher ein Recht auf Umtausch oder Nachlieferung haben.

Durchgeführt wurde der Test am ersten Adventwochenende. Gekauft wurde jeweils ein ganzes Kilo, um zu einer echten Aussagekraft zu kommen. Die Untersuchung wurde von der "Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit" (AGES) durchgeführt. Für einen Viertelliter Maroni mussten zumeist 2,50 Euro bezahlt werden.(apa)

8.12.2004 19:12