Misshandelter Soldat nimmt Stellung: Geiselnahme war eine "Grenzerfahrung"
- "Wer nicht mitmacht, darf am Wochenende nicht heim"
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Ein betroffener Rekrut hat zu den Vorgängen in der Landecker Pontlatz-Kaserne Stellung genommen. Gegenüber dem ORF-Radio Tirol sagte er, die Übung sei für ihn eine "Grenzerfahrung" gewesen. Der Betroffene, der anonym bleiben wollte, sagte, man sei darauf hingewiesen worden, dass es ein 24-Stunden-Kampftag mit Geiselnahme werde. Nur dass die Geiselnahme fünf Stunden dauere und es so kalt sei, sei den Betroffenen nicht bewusst gewesen. (Hier klicken: Die Folter-Bilder!)
Als man die Kabelbinder, Kappen und Sturmhauben über den Kopf bekommen habe, habe man noch Witze gemacht. Durch Schlafentzug, Desorientierung und den Verlust des Zeitbezugs sei dies für ihn eine "Grenzerfahrung" geworden.
Anschließend habe er sich mit drei weiteren auf Befehl von einem Wachtmeister nach draußen begeben und auf den Asphalt knien müssen. Die Hände seien hinten an der Wand gewesen, ohne Handschuhe. Dann habe er das Passwort genannt und aufgegeben.
Auf die Frage, warum er nicht schon früher das Passwort genannt habe, sagte er, den Soldaten sei zuvor gedroht worden: "Wer nicht gescheit mitmacht, kann damit rechnen, am Wochenende in der Kaserne zu bleiben." Da es das vorletzte Wochenende vor dem Assistenzeinsatz im Burgenland gewesen sei, hätten die meisten es nicht gewagt, aufzugeben. Er und einige Kameraden hätten aber aufgegeben. Für ihn selbst sei dies aber letztlich ohne Konsequenzen geblieben. (apa/red)
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