PISA-Studie: Musterschüler Finnland sieht Chancengleichheit als Schlüssel zum Erfolg
- Deutschland überlegt Abkehr von Auslese der Kinder
Die finnische Regierung sieht Chancengleichheit für alle Kinder als entscheidend beim Erfolg des eigenen Schulsystems an. Erziehungs- und Wissenschaftsministerin Tuula Haatainen sagte in Helsinki zu den erneuten Spitzenplätzen ihres Landes beim internationalen PISA-Schulvergleich, ausschlaggebend sei die "Chancengleichheit für alle Kinder und jungen Menschen ungeachtet ihrer sozialen Stellung, ihres Geschlechts oder ihres ethnischen Hintergrundes".
Finnland hat ein landesweit einheitliches Gesamtschulsystem für die ersten neun Schuljahre. 60 Prozent aller Schüler wechseln danach ohne gesonderte Aufnahmeprüfung auf das Gymnasium. Das nordeuropäische Land belegte beim zweiten PISA-Vergleich von Schulsystemen in 40 Ländern wie schon 2001 Spitzenplätze.
In Deutschland, das sich bei der aktuellen PISA-Studie nur leicht verbessern konnte und nach wie vor durchschnittliche Ergebnisse erzielte, überlegt Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) einen Ausstieg aus der frühen Auslese der Kinder in Deutschland. "Wir müssen uns ernsthaft fragen, ob es richtig ist, die Kinder im Alter von zehn Jahren auszusortieren", sagte Bulmahn am Dienstag in Berlin und glaubt nicht, "dass die Hauptschule auf Dauer ein zukunftsträchtiges Modell ist."
Bulmahn verwies darauf, dass die PISA-Studie vor allem auf Defizite bei den schwächeren Schülern hinweise. Deren anhaltende Vernachlässigung sei ein "Armutszeugnis". Sie fügte hinzu: "Die sehr viel schlechteren Chancen für Kinder aus unteren Einkommensschichten auf gute und erfolgreiche Bildung sind für ein Land wie Deutschland beschämend." (apa/red)
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