Montag, 6. Dezember 2004

Misshandlungs-Affäre: Bericht wurde an die Staatsanwaltschaft übergeben

  • Minister Platter: "Jetzt sind die Gerichte am Zug"
  • PLUS: Schockierende BILDER der Misshandlungen!

Die nach dem Auffliegen der Misshandlung von Rekruten des Bundesheeres in der Freistädter Tilly-Kaserne eingerichtete Untersuchungskommission hat ihren Bericht fertig gestellt. Wie Verteidigungsminister Günther Platter (V) in einer Aussendung mitteilte, wurde der Bericht am Montag an die zuständige Staatsanwaltschaft übermittelt. Gleichzeitig prüft auch die militärische Disziplinarkommission das weitere Vorgehen. (Hier klicken - Die Bilder!).

"Jetzt sind die unabhängige Disziplinarkommission, die Staatsanwaltschaft und die Gerichte am Zug", betonte Platter. Seinen Angaben zufolge haben sich seit Freitag 400 Personen an die Hotline der parlamentarischen Bundesheer-Beschwerdekommission gewandt. Die am Wochenende eingerichtete, von Psychologen betreute Hotline des Bundesheeres wurde von rund 200 Personen genutzt.

Platter: "Hervorragende Ausbildner" und ein paar schwarze Schafe
14 Anrufer haben sich laut Platter konkret auf die Übung in Freistadt bezogen. Allerdings gebe es bisher keine Beschwerden, die auf ähnliche Übergriffe in anderen Kasernen hinweisen würden. Dennoch könne er nicht ausschließen, dass sich ähnliche Vorfälle andernorts in Österreich zugetragen haben könnten. "Wir werden aber jedem einzelnen Fall nachgehen", versicherte Platter.

Die Arbeit der "hervorragenden Ausbildner" des Bundesheeres "darf nicht durch ein paar schwarze Schafe in Verruf kommen", forderte der Verteidigungsminister. Außerdem wies er nochmals darauf hin, dass inszenierte Geiselnahmen bei Rekruten nicht vorgesehen seien und "im krassen Widerspruch zu den geltenden Richtlinien und Sicherheitsbestimmungen für die Ausbildung der Grundwehrdiener stehen".

Präsidium tagt am Dienstag
Das Präsidium der parlamentarischen Bundesheer-Beschwerdekommission wird sich am Dienstag mit der Misshandlung von Grundwehrdienern in der Freistädter Tilly-Kaserne befassen. Dabei soll nach Möglichkeit ein erster Zwischenbericht an Verteidigungsminister Günther Platter (V) fertig gestellt werden. Der Endbericht zur Causa Freistadt soll "wenn es möglich ist" Dienstag kommender Woche beschlossen werden, kündigte der Vorsitzende der Kommission, Paul Kiss (V), an.

Die Hotline der Bundesheer-Beschwerdekommission ist ganzjährig unter der Nummer 0810/200125 zu erreichen. Die Hotline des Verteidigungsministeriums (0800/241206) läuft dagegen am Montagabend (20.00 Uhr) aus. Die Anrufe seien am Montag bereits deutlich abgeflaut, heißt es diesbezüglich im Verteidigungsministerium. Sollte sich der Andrang wider erwarten verstärken, könne man die Hotline aber weiter laufen lassen.

(apa/red)

6.12.2004 14:39