Haupt in Nord-Ossetien: Sozialminister lädt 100 Kinder aus Beslan nach Kärnten ein
- Nach Geiseldrama für zwei Wochen zur Erholung
- Haupt traf mit Bürgermeister und Präsident zusammen
Mehr als drei Monate nach dem verheerenden Geiseldrama in Beslan werden nun 100 Kinder aus der kaukasischen Stadt nach Österreich eingeladen. Sie dürfen zwei Wochen mit Begleitpersonen in Kärnten verbringen. Sozialminister Herbert Haupt (F) besuchte den Ort am Montag, wo er mit dem Bürgermeister zusammentraf und die Einladung aussprach.
Es sei "besonders erschütternd", dass unter dem Deckmantel der Menschenrechte und der Souveränität solche Gräueltaten gegen Kinder verübt würden, erklärte Haupt bei seinem Gespräch mit dem Stadtoberhaupt. Angesichts der Hilfeleistung, die der österreichischen Eltern- und Großelterngeneration nach dem Zweiten Weltkrieg zugute kam, sei es "selbstverständlich", den Schülern Unterstützung in Form eines Erholungsurlaubes anzubieten. Einigen anwesenden Schülern überbrachte Haupt vorweihnachtliche Grüße in Form von Schokolade.
Am Programm stand ebenfalls ein Besuch des nordossetischen Präsidenten Aleksandr Dsasochow, der Haupt in seinem Amtssitz in der Hauptstadt Wladikawkas empfing. Dieser erklärte, die Terroristen hätten versucht, die südlichen Teilrepubliken der Russischen Föderation zu entzweien. "Dem müssen wir entgegenwirken", fügte er hinzu. Die Geiselnahme in der Schule von Beslan sei ein "besonders sadistischer Akt" gewesen, betonte Dsasochow.
Betroffene Stimmung herrschte bei der österreichischen Delegation während der restlichen Visite. Besucht wurde u. .a. die Schule Nummer 1, in der sich das Geiseldrama abgespielt hatte. Ebenfalls am Programm stand die Besichtigung des neuen Friedhofs, der wegen der über 370 Todesopfer angelegt werden musste. Haupt zeigte sich betroffen. "Es ist schrecklich, was der furchtbare Terror hier in Beslan angerichtet hat." Das Leben von unzähligen Kindern und ihre Zukunft sei dabei auf einen Schlag ausgelöscht worden. Mit den überlebenden Schülern zusammenzutreffen, sei ein "zutiefst berührendes Erlebnis" gewesen, sagte er.
Am 1. September hatte ein mit Sprengstoffgürteln und Gewehren ausgerüstetes Kommando die Schule in seine Gewalt gebracht. Nach mehr als zwei Tagen endete die Geiselnahme in einem Blutbad.
(apa)
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