"trend": Ex-Bundeskanzler Vranitzky kritisiert Kanzler Schüssel scharf
- Vranitzky: "Der ganze Schüsselsche Murks tritt zutage"
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Altkanzler Franz Vranitzky (SPÖ) übt scharfe Kritik an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. In der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "trend" sagt Vranitzky: "Schüssel präsentiert sich als einer, der viele Reformvorhaben durchgeführt hat. Sieht man das quantitativ, kann man ihm recht geben. Prüft man die Qualität der beschlossenen Gesetze, tritt der ganze Schüsselsche Murks zutage."
Vranitzky bemängelt insbesondere die Pensionsreform und "die damit Hand in Hand gehende Harmonisierung" als "Stückwerk, sozial ungerecht und keineswegs so dauerhaft wie behauptet. Das einzige, was man ihr nachsagen kann: Das System ist nicht vereinfacht, sondern so kompliziert geworden, das sich die meisten Leute nicht auskennen."
Franz Vranitzky, der einige Jahre mit Schüssel gemeinsam eine rot-schwarze Regierung führte, weiter im "trend": "Die Schmiere, die Schüssel ungeniert aufführt, ist eine zweifache. Er hat mit der Regelung für den öffentlichen Dienst seinem Rabauken Neugebauer nochmals die absolute Mehrheit in der Beamtengewerkschaft gerettet. Und zweitens gaukelt er einen Riegel gegen Frühpensionierungen vor, den es nicht geben kann, weil es für Arbeiter und Angestellte über sechzig keinen Arbeitsmarkt gibt."
Schüssel, so Vranitzky, rede "ununterbrochen von Gemeinsamkeiten, praktiziere diese aber nicht. Den propagierten Schulterschluss versteht er so, dass sich die anderen seiner Meinung anschließen müssen, ansonsten werden sie als Bremser oder Reformverweigerer denunziert."
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