Und immer wieder Kinsky: Für FORMAT war Herbert Hacker zu Gast im Wiener Palais
- Oftmaliger Wirtewechsel lässt Beliebigkeit entstehen
- Hacker über charakterlose und austauschbare Gerichte

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Manchen Lokalen, so scheint es, haftet ein Fluch an. Kein Besitzer schafft es, den Laden wirklich flottzukriegen. Die Folge: Betreiber und Köche geben sich permanent Kochlöffel und Türklinken in die Hand.
Ein Paradebeispiel dafür ist das Restaurant im Wiener Palais Kinsky. Hier haben sich schon eine Menge Wirte kalte Füße geholt. Fast schon im Monatsrhythmus wurden hier Türschilder und Namen ausgewechselt. Einmal hieß das Lokal "Daun Kinsky", dann nur "Kinsky", zwischendurch "terzo" und später "Trattoria Daun Kinsky". Vor einiger Zeit wurde es zum vorläufig letzten Mal umbenannt: Nun heißt es schlicht "Restaurant im Kinsky".
Eigentlich schade, dass sich hier niemand lange hält: Denn das von Multimillionär Karl Wlaschek um sagenhaft viel Geld renovierte Palais Kinsky gibt - vor allem im Sommer, wenn man im Innenhof sitzen kann - eine prachtvolle Kulisse ab. Wlaschek ist übrigens jetzt auch der Betreiber des Restaurants, nachdem er es in den Jahren zuvor an die vielen glücklosen Gastronomen verpachtet hatte.
Gut möglich, dass durch den oftmaligen Wirtewechsel in vieler Hinsicht eine gewisse Beliebigkeit entstanden ist. Leider auch, was die Küche betrifft. Hier wird sicher nicht schlecht gekocht, wirklich gut aber auch nicht. Das zeigt sich besonders an so charakterlosen Gerichten wie "Glacierte Olivengnocchi auf Auberginenmousseline" - eine breiige und besonders audruckslose Angelegenheit.
Freilich werden Hirschkalbsrücken und Jakobsmuscheln in brauchbarer Qualität serviert, doch die Art dieser Küche ist inzwischen so austauschbar und inflationär geworden, dass hier keinerlei Begeisterung aufkommen mag.
Fazit: Auf diese Art wird es nur schwer gelingen, an diesem schwierigen Platz zu reüssieren.
Name: Restaurant im Kinsky
Adresse: 1010 Wien, Freyung 4,
Tel.: 01/535 34 35
Öffnungszeiten: Mo-Fr 11.30-14.30, 18-24 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 10 Euro, Hauptspeisen bis 20 Euro
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