Schule des guten Geschmacks startet: Ein Institut in Reims bietet die ersten Seminare
- Feinschmecker schulen Sinne für einzigartiges Diplom
- Das Geschmacks-Training kostet dabei rund 7.000 Euro
·Er ist angekommen: Beaujolais nouveau
FOTOS: Neuer Jahrgang kündigt sich angenehm an
·Pariser Flair in den eigenen 4 Wänden
Die Bistroküche erobert jetzt auch die Wohnzimmer
·Auf Genuss-Reise durch das Burgund
Wein & Landschaft im Her-zen von Frankreich erleben
Eine Festtafel mit Silberbesteck und edlen Champagnerkelchen statt unbequemer Schulbänke: Das "Institut für Höhere Studien des Geschmacks, der Gastronomie und der Tischkultur" (IHEGGAT) in der französischen Champagnermetropole Reims empfängt seine Studenten standesgemäß. Mit 15 Teilnehmern ist das erste Seminar des Instituts in diesem November ausgebucht.
Rund 7000 Euro kostet der Kurs, zu dem auch ein "lehrreiches Diner" auf dem Champagner-Gut Pommery gehört. Dabei wird eine Abfolge feinster Speisen mit diversen Champagnersorten serviert. Die Aufgabe: Das Zusammenspiel der Aromen beurteilen und treffend beschreiben - am Ende winken die höheren Weihen eines weltweit einzigartigen "Geschmacksdiploms".
Maronencreme sperrt Wein ein
Zu Beginn zeigen sich die "Schüler" im Alter zwischen 25 und 57 Jahren beim Verkosten noch recht schüchtern. Ein Dolmetscher bringt die Diskussion schließlich in Schwung: "Ich weiß nicht, was Sie davon halten, ich finde diesen Champagner sehr gut, aber irgendwie doch zu kräftig für die Spargelcreme." Und auch Vincent Malherbe, Vorsitzender des Önologenverbandes der Champagne, wählt vielsagende Worte: "Die Maronencreme versucht, den Wein einzusperren, aber er gewinnt doch die Oberhand - ein dominanter, aber sehr verbindlicher Wein."
Kulinarisches Terrain erschließen
Als "wundervolle Gelegenheit" beschreibt ein japanischer Journalist den Kurs. Er fühlt sich in bester Gesellschaft mit einem spanischen Restaurantmanager und einem 57-jährigen Biertester, der sich freut, nach 30 Jahren ein ganz neues kulinarisches Terrain zu erschließen und "innerhalb von wenigen Tagen mein Vokabular so bereichern zu können." Die Teilnehmer sind vom Direktor des Instituts, Remi Krug, sorgfältig ausgewählt worden. "Wir wollen Botschafter des französischen Geschmacks ausbilden", erläutert der Chef der gleichnamigen Champagnermarke.
Diplom zum Abschluss
Nach den ersten 14 Tagen im November wird das Kursprogramm mit zwei weiteren Seminarwochen im März abgerundet. Auf dem Programm stehen dann Themen wie das Keltern von Champagner, die physikalischen und chemischen Prozesse, die bei der Schaumbildung eine Rolle spielen, die Geschmacksanalyse und eine Kostprobe von Camemberts und Cidres. Wer die Abschlussprüfung besteht, kann sich das Original-Diplom vom Geschmacksinstitut in der ostfranzösischen Königsstadt an die Wand nageln - und garantiert in der richtigen Tonlage in das Hohelied des Champagners einstimmen.(apa/red)
Verrat im Vatikan14:42
Komplizen gesuchtItalienischer Kardinal wird verdächtigt. Weitere Festnahmen nicht ausgeschlossen.
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
