Donnerstag, 2. Dezember 2004

Schulmisere: Österreich im PISA-Schock

„Blauer Brief“ für unser Schulsystem. Beim PISA-Test 2004 stürzte Österreich völlig ab. Besonder schlimm: Die Naturkunde-Pleite. Die traurige Stunde der Bildungswahrheit: Nur mehr Rang 19 bei Lesekompetenz, Absturz auf Rang 20 bei Naturkunde, Platz 15 bei Mathe.

Jetzt kommt es darauf an, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, damit wir beim nächsten PISA-Vergleich von einem der besten Plätze Europas zur Weltklasse aufrücken.“ Also sprach Bildungsministerin Elisabeth Gehrer vor drei Jahren, als sie sich über Österreichs Platz zehn im Vergleich der Lesekompetenz freute. Sichtlich zu früh, denn drei Jahre später kam das jähe Erwachen. Statt Weltklasse: Absturz.
Denn eines steht jetzt schon fest: Österreich, das schon beim letzten Mal nur oberes Mittelmaß war, hat in allen getesteten Bereichen an Punkten und auch an Plätzen verloren. Das genaue Ranking ihrer Mitgliedsländer gibt die OECD erst nächsten Dienstag zur Veröffentlichung frei. Was bisher durchgesickert ist, reicht allemal für einen PISA-Schock.

Leseprobleme. Groß ist der Rückfall ausgerechnet in der Lesekompetenz, die beim letzten Pisa-Test im Mittelpunkt stand und diesmal „Nebenfach“ war: Vor drei Jahren erreichten die rund 5.000 österreichischen 15- und 16-jährigen „TestschülerInnen“ 507 Punkte und belegten damit Platz zehn in der OECD-Reihung, allerdings nur mit knappem Vorsprung vor den anderen Ländern im Mittelfeld. Diesmal reichte es nur für 491 Punkte und einen Platz in der Gruppe 12 bis 23, die alle innerhalb der statistischen Schwankung liegen – macht Platz 19 unter insgesamt 40 getesteten Ländern, aber einen etwas besseren Wert unter den 29 OECD-Staaten. Spitzenreiter ist wieder Finnland, gefolgt von Südkorea. Und während man 2001 hierzulande noch darüber jubelte, besser als Deutschland abgeschnitten zu haben, folgt diesmal die Ernüchterung: Die Nachbarn haben gleich viele Punkte.

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2.12.2004 12:44