Mittwoch, 1. Dezember 2004

Haiders neue Feuerspiele

  • Haider in NEWS contra Strasser: „Rücktrittsreif“
  • Frontalattacke auf ORF: „Schwarzfunk“ & „Autoritäre Propaganda“

Advent-Offensive: Ex-FP-Chef reißt in der Ausländer-Politik wieder die blauen Zügel an sich. Und geht im NEWS-Interview auf totalen Crashkurs mit der VP.

Ihr werdets euch noch wundern“, blafft Jörg Haider NEWS an. Sein Vorhaben, „ein Asyl-Volksbegehren zu veranstalten, falls wir uns nicht mit der ÖVP einigen“, sei sogar „sehr ernst“. Und weil Haider nun einmal Haider ist, „empfiehlt“ er NEWS auch gleich, „sich wieder ein paar Kerzerln zu kaufen, um ein Lichterfesterl gegen mich zu feiern“. Der Ex-FP-Chef ist zu seinen Wurzeln zurückgekehrt und spuckt als „blauer Drache“, der wieder einmal zeigen will, wo der Chef zuhause ist, jede Menge Feuer.
Seit Innenminister Ernst Strasser weitere Verschärfungen des Asylgesetzes angekündigt hat (siehe Strassers Gespräch mit Caritas-Chef Franz Küberl auf Seite 20), glaubt auch Kärntens Landeshauptmann das Tempo erhöhen zu müssen. Dass diesmal Caritas und sämtliche anderen NGOs Strasser wegen „unmenschlicher Asylpolitik“ attackieren, kann Haider „ja nicht so einfach auf sich sitzen lassen“, plaudert ein FP-Mann aus der Schule.

Haider fordert Strassers Kopf. Tatsächlich befürchtet der Kärntner Landeshauptmann, dass ihm sonst die letzten, ohnehin spärlichen Felle der FPÖ davonschwimmen. Im NEWS-Interview atta-ckiert Haider Strasser denn auch frontal: „Der Innenminister ist ein Herz-Jesu-Politiker, der sofort mit dem Rosenkranz in die Kirche rennt, um beim lieben Gott Abbitte zu leisten, wenn er einen Illegalen abschiebt.“ Im Übrigen, poltert der Kärntner Landeshauptmann, sei Strasser „der falsche Innenminister. Der Herr Stoiber hätte so einen Innenminister längst abgelöst.“

Gegen schwarze „Allmacht“. Und weil der Ex-FP-Chef offenbar glaubt, dass er mit dem Griff in die Mottenkiste heil aus der blauen Dauerkrise finden kann, hat er nicht nur sein altes Lieblingsthema „Ausländer“ wieder entdeckt, sondern auch die „gute alte Parteibuchwirtschaft“. So will Haider, vor kurzem noch auf verbalem Schmusekurs mit Koalition und eigener Parteiführung, sein blaues Regierungsteam – selbst mehrfach kräftiger Umfärbung geziehen – auch mittels Antrag dazu binden, „künftig härter gegen Parteibuchwirtschaft in Ministerien und Schule“ vorzugehen. Haider geht – freilich nicht zum ersten Mal – wieder einmal auf Totaloppositionskurs gegen die ÖVP, als hätte es nie eine blaue Regierungsbeteiligung gegeben. Seine FPÖ müsse sich nun dagegen zur Wehr setzen und der ÖVP „Einhalt gebieten“.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS

1.12.2004 15:13