Freitag, 3. Dezember 2004

Keine guten Aussichten für die OeNB: Liebscher erwartet 2004 weniger Gewinn

  • Gouverneur rechnet mit '20 bis 25% unter Vorjahreswert'
  • Inflation bleibe bis Mitte 2005 "sicher über 2 Prozent"

Wechselkurs- und zinsbedingt wird der Gewinn der Oesterreichischen Nationalbank im laufenden Geschäftsjahr 2004 abermals deutlich geringer ausfallen als im Jahr 2003. Das kündigte OeNB-Gouverneur Klaus Liebscher am Freitag an. Er erklärte zudem, dass die Inflation im Euroraum bis Mitte 2005 bei über 2 Prozent bleibe.

"Wir werden sicher 20 bis 25 Prozent weniger Gewinn haben, wenn die Währungsrelation (Dollar/Euro) so bleibt wie jetzt", sagte Liebscher. Im Jahr 2003 hatte die OeNB ein Geschäftsergebnis von 712,6 Mio. Euro ausgewiesen, daraus flossen als Gewinnabfuhr an den Hälfte-Eigentümer Bund (inklusive Körperschaftssteuer) 666 Mio. Euro.

In Sachen Inflation meinte Liebscher, diese werde im Euroraum bis Mitte 2005 "sicher über 2 Prozent" liegen. Dafür sei nicht zuletzt die Entwicklung des Ölpreises verantwortlich. Für die zweite Hälfte nächsten Jahres sieht Liebscher tendenziell eine Inflation unter 2 Prozent.

Als Voraussetzungen für dieses Szenario nannte der Notenbanker keine weiteren Preisschocks sowie keine Zweitrundeneffekte. Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone sollte sich im vierten Quartal des laufenden Jahres stabilisieren, nachdem es im Vorquartal auf 0,3 Prozent abgeflacht war. In den ersten drei Monaten 2005 sei durchaus ein Wachstum von mehr als 0,3 Prozent möglich, sagte der OeNB- Gouverneur. (apa)

3.12.2004 14:43