Donnerstag, 2. Dezember 2004

Österreicher stehen immer tiefer in der Kreide: 2,048 Mrd. € Schulden im Jahr 2003!

  • Alle offenen Außenstände belaufen sich auf 3,4 Mrd. €
  • Für heuer Zuwachs um weitere 15 Prozent erwartet

Die Schulden österreichischer Unternehmer und Privater sind 2003 explodiert und werden auch heuer weiter wachsen. So kletterte die vom österreichischen Inkassoverband bearbeitete Gesamtsumme aller offenen Aufträge im Vorjahr um 62 Prozent auf 2,048 Mrd. Euro. Für heuer wird einen Zuwachs um 15 Prozent auf 2,36 Mrd. Euro erwartet. Alle offenen Außenstände belaufen sich auf 3,4 Mrd. Euro.

Im vergangenen Jahr haben die Mitglieder des Inkassoverbandes insgesamt Aufträge im Wert von 1,574 Mrd. Euro bearbeitet, was einem Zuwachs um 50 Prozent entsprach. Insgesamt gingen 792.050 neue Aufträge bei den Mitgliedsunternehmen ein. Ihr Volumen betrug 746,92 Mio. Euro, was einer Steigerung im Jahresvergleich von 55 Prozent entspricht.

Ursachen für die Schulden im Privaten Bereich sind Krankheit und Arbeitslosigkeit. Die Folgen sind dann überzogene Gehaltskonten und offene Handy-Rechnungen, zu hohe Leasingverträge, nicht bezahlte Versandhausrechnungen und nicht mehr leistbare Freizeitaktivitäten, sagte Ratz.

Zahlungen werden einfach eingestellt
Nicht zu übersehen sei auch, dass viele Schuldner vorsätzlich nicht mehr zahlen, da dies bei bis zu 100 Gläubigern nicht mehr möglich sei. Darüber hinaus bestehe bei vielen Menschen nach wie vor nur wenig Gefühl für den Euro, was dazu führe, dass sich viele Menschen von ziffernmäßig kleinen Beträgen zu übermäßigen Ausgaben verleiten lassen.

Insgesamt gebe es in Österreich rund 450.000 überschuldete Haushalte. Die durchschnittliche Höhe der Schulden bezifferte Ratz mit rund 72.000 Euro.

Dementsprechend negativ fiel heuer auch die regelmäßige Mitgliederbefragung des Inkassoverbandes aus. Fast 96 Prozent der Befragten erwarten, dass die Zahl der Privatinsolvenzen heuer steigen wird, nur 4 Prozent glauben an einen Rückgang. Bei den gewerblichen Pleiten erwarten fast 80 Prozent einen Zuwachs und nur 20 Prozent einen Rückgang.
(apa)

2.12.2004 13:59