Donnerstag, 2. Dezember 2004

Paukenschlag in Tirol und Vorarlberg: Post setzt Schließungsgespräche aus!

  • Nach Einstweiliger Verfügung des Landesgerichts
  • PLUS: Diese Postämter sollen geschlossen werden

Die Post stoppt vorerst die Postämterschließungen in Vorarlberg und Tirol. Bevor ein Postamt geschlossen wird, muss nach einem Urteil des Innsbrucker Landesgerichts die Post den Betriebsrat über die betriebswirtschaftlichen Hintergründe informieren. Versöhnliche Töne gab es hingegen nach einem Gespräch zwischen Minister Gorbach, dem Post-Vorstand und Gemeindevertretern.

Der Post-Vorstand hat gegen eine Einstweilige Verfügung des Innsbrucker Gerichts Berufung eingelegt. Solange der Rechtsstreit laufe, werde man aber vorerst keine weiteren Schließungsgespräche führen, sagte Post-Generalsekretärin Kickinger. Das bedeute aber nicht, dass in Tirol und Vorarlberg keine Postämter geschlossen würden.

Nach Meinung der Christgewerkschafter kann das Verfahren bis zu drei Jahre dauern - nämlich dann, wenn die Gewerkschaft bis zum Höchstgericht geht. Die Post-Führung glaubt allerdings an eine schnellere Klärung der Lage.

Insgesamt will die Post in Vorarlberg 15 Postämter auflassen, in Tirol sollen es 37 werden. Mit wie vielen Bügermeistern die Post schon gesprochen hat, will Kickinger nicht sagen. Es seien aber "schon viele" gewesen.

Infrastrukturminister Gorbach schloss nach dem Gespräch mit dem Post-Vorstand ein generelles Verbot für die Schließung weiterer Postämter aus. Er begründet sein Nein damit, dass es trotz Schließungen mit Post-Partnern zu Serviceverbesserungen für die Kunden kommen könnte. Solche Alternativen könnten dann auch die Bürgermeister akzeptieren. Die Gemeinden signalisierten Gesprächsbereitschaft.

Kommt es in einer Gemeinde zu keiner Einigung, soll laut Gorbach eine Kommission entscheiden. Für jedes Bundesland soll es eine solche Schlichtungsstelle geben, die dann entscheidet, ob geschlossen wird oder nicht.

(apa)

2.12.2004 18:17