Mittwoch, 1. Dezember 2004

Bombardier in Nöten: 160 Jobs in Wien und
Wr. Neustadt müssen abgebaut werden!

  • Weitere 400 bis 450 Jobs wegen Auftragslage gefährdet
  • Insgesamt werden weltweit 7.600 Stellen gestrichen

Der kanadische Konzern Bombardier, dessen Verkehrstechniksparte am Mittwoch internationale Restrukturierungsmaßnahmen bekannt gegeben hat, streicht im Laufe des nächsten Jahres auch 160 Jobs an den Standorten Wien und Wiener Neustadt. In den beiden Werken, wo leichte Schienenfahrzeuge gebaut werden, werden heute 670 Personen beschäftigt.

"Die Zielperspektive für Wien und Niederösterreich liegt bei 400 bis 450 Mitarbeitern", sagte der Bombarider Sprecher. "Aber auch dafür ist die Voraussetzung, dass die erwarteten Aufträge kommen."

Wer gehen muss und ob es einen Sozialplan geben wird, ist noch nicht klar. Die Vorgaben zu den Restrukturierungsmaßnahmen würden nun an die lokalen Geschäftsführungen weitergegeben, diese träten dann "in Verhandlungen mit den Sozialpartnern. Der Prozess soll 2006 abgeschlossen sein".

Der Abbau von rund 200 Jobs war in Wien bereits seit längerem befürchtet worden. Bombardier-Transportation hat heute den Abbau von weltweit 7.600 Stellen bekannt gegeben.

Warten auf Wiener U-Bahn-Auftrag
Die vom Sprecher erwähnten, für die Sicherung des Standorts notwendigen Aufträge könnten sich u.a. auf eine erhoffte größere Order der Wiener Linien beziehen, die kurz vor der Vergabe stehen soll. Die Wiener U-Bahn benötigt 38 neue Garnituren, für die Bombardier mitgeboten hat.

Der Wiener Bombardier-Belegschaftsvertreter hatte sich vor wenigen Wochen öffentlich für die Auftragsvergabe an Bombardier ausgesprochen und gemeint, eine solche würde dem Standort Wien bei den anstehenden Konzernentscheidungen jedenfalls helfen. Eine Vergabeentscheidung aus dem Rathaus ist bisher noch nicht bekannt geworden.

(apa/red)

1.12.2004 19:43