Dienstag, 30. November 2004

Wirtschaftswachstum hinkt: OECD nimmt Österreichs BIP-Prognose stark zurück!

  • 2005 Wirtschaftswachstum von nur noch 2,3% erwartet
  • Arbeitslosigkeit fällt erst 2006 - Defizit steigt weiter

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nimmt ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum Österreichs im Vergleich zur Mai-Vorhersage leicht zurück. In ihrem jüngsten Konjunkturbericht "Economic Outlook No. 76" geht die Pariser Organisation von einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Österreich von 2,3 Prozent für 2005 und von 2,6 Prozent für 2006 aus. Im Mai prognostizierte die OECD noch ein BIP-Plus für das kommende Jahr von 2,4 Prozent.

Mit diesen Erwartungen für 2005 liegt die OECD unter den Prognosen der heimischen Wirtschaftsforscher: Sowohl das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) als auch das Institut für Höhere Studien (IHS ) sind in ihrer Prognose Anfang Oktober von einem heimischen BIP-Wachstum im nächsten Jahr von 2,5 Prozent ausgegangen. Die heimischen Institute legen ihre nächste Prognose am 22. Dezember vor.

Arbeitslosigkeit sinkt 2006
Im Einklang mit der Konjunktur-Erholung im Euroraum geht die OECD für Österreich von einer steigenden Produktion aus, was schließlich 2006 für eine Entspannung am Arbeitsmarkt sorgen soll. Während die Pariser Wirtschaftsforscher für 2004 und 2005 noch von einer Arbeitslosenrate (nach OECD-Berechnung) von 5,8 Prozent ausgehen, soll sie 2006 auf 5,5 Prozent zurückgehen. Trotz geringerer Ausgaben seitens der Regierung werden die Steuerkürzungen 2005 und 2006 großteils aus dem Defizit finanziert, was einen vergleichsweise starken Wachstumsimpuls darstelle, so die OECD.

Während die geplante Pensionsharmonisierung die altersbezogenen Ausgaben in Zukunft eindämmen wird, sind laut OECD auch weiterhin beträchtliche Sparmaßnahmen seitens der Regierung notwendig, um das Budget langfristig in den Griff zu bekommen. Zudem sollten weitere Schritte unternommen werden, um älteren Menschen und Frauen den Zutritt zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Dies würde helfen, den negativen wirtschaftlichen Effekt der demographischen Entwicklung abzufedern.

Die Inflation werde 2005 mit 1,9 Prozent noch relativ hoch bleiben und erst 2006 auf 1,4 Prozent leicht zurückgehen, vor allem wenn sich der Ölpreis wieder etwas erholt.
(apa/red)

30.11.2004 12:04