Sonntag, 5. Dezember 2004

Kein Sieger im Bundesliga-Hit der Runde: Rapid entführt einen Punkt aus Pasching

  • Umstrittener Elfmeter sorgt für gerechtes Remis
  • Erzrivale Austria Wien bleibt an der Tabellenspitze

Im Schlager der 20. Runde der Bundesliga trennten sich der FC Superfund Pasching und Rapid Wien mit einem 1:1 (0:0). Damit verlor der Herbstmeister aus Hütteldorf die Tabellenführung an den punktgleichen Erzrivalen Austria, der bereits am Samstag einen 3:1-Erfolg über SV Salzburg gefeiert hatte. Pasching hat als Dritter vier Punkte Rückstand auf die beiden Wiener Großklubs, die in der letzten Runde vor der Weihnachtspause im Fernduell um die "Winterkrone" rittern. Die Austria muss am Dienstag zu Mattersburg, während Rapid im Hanappi-Stadion Aufsteiger Tirol empfängt.

In den ersten 20 Minuten dominierten im mit 8.968 restlos gefüllten Waldstadion von Pasching die Abwehrreihen das Geschehen. Deshalb probierten es beide Teams zunächst aus der Distanz, doch die Schüsse von Hlinka (21./Volley drüber) bzw. Pichlmann (23./Volley drüber und 30./Macho hält) brachten keinen Erfolg. Als die Hausherren eindeutig das Kommando übernahmen, kam Mayrleb zu drei guten Chancen. Doch beim ersten Mal zeichnete sich der von Kaiserslautern-Spionen beobachtete Rapid-Torhüter Macho im Nachfassen aus (34.), bei der zweiten Möglichkeit wurde er unabsichtlich vom hechtenden Macho behindert (36./drüber) und beim dritten Anlauf schlug sein von Feldhofer minimal abgefälschter 20-m-Schuss knapp neben dem Gehäuse ein.

Die Rapidler, die erst in der Nachspielzeit zum ersten Corner kamen, taten sich zwar gegen die überaus engagiert auftretende Pasching-Elf sehr schwer, hätten aber endlich den ersten Elfer in dieser Bundesliga-Saison zugesprochen bekommen müssen: Denn nach einem Hlinka-Kopfball wurde Kincl im Strafraum von Bozo Kovacevic energisch zurückgehalten. Doch statt des fälligen Penaltys gab es Gelb für Kincl, der Schiedsrichter Meßner für diese Fehlentscheidung heftig kritisierte.

Umstrittener Elfer bringt Rapid den Ausgleich
Nach der Pause machte Pasching weiter Druck und ging nach einer knappen Stunde verdientermaßen in Führung: Nach einem langen Jezek-Freistoß erzielte Chaile aus kurzer Distanz mit seinem dritten Saisontor das 1:0 (60.).

Die Umstellungen von Rapid-Coach Hickersberger gaben dem Spiel nicht die erhoffte Wende, es dominierten vorerst weiter die Oberösterreicher. Erst in der 72. Minute sorgte ein Kincl-Kopfball erstmals für Gefahr vor dem Schicklgruber-Tor. Nicht einmal zwei Minuten später holte Referee Meßner dann das in der ersten Hälfte Versäumte nach und entschied auf Foulelfer, nachdem Kovacevic den allein durchbrechenden Rapid-Stürmer Lawaree leicht am Arm berührt hatte. Der Belgier ließ sich fallen, Kovacevic sah Rot wegen Torraubs. Diese Entscheidung hatte den Beigeschmack von Kompensation für den nicht gegebenen Strafstoß vor der Pause.

Den Elfer verwertete der "Fußballer des Jahres", der Deutsche Steffen Hofmann, zum 1:1. Mit dem Ausgleich wachte Rapid auf, so hatte Lawaree in der 83. Minute eine dicke Chance - ein Paschinger Verteidiger warf sich in den Schuss und rettete in den Corner - auf den Siegtreffer für die Gäste. Auf Grund dieser gewaltigen Steigerung im Finish ging die Punkteteilung in Ordnung. (apa/red)

5.12.2004 20:33