Montag, 6. Dezember 2004

Schneller Gruber im Sprint: Platz zwei hinter dem Deutschen Ackermann

  • Christoph Bieler Siebenter, Felix Gottwald Zwölfter
  • PLUS: Gottwald bei Kombi in Trondheim Zweiter

Geburtstagskind Michael Gruber hat am Sonntag seinen ersten Weltcupsieg in einem Bewerb der Nordischen Kombination nur knapp verpasst. Der nun 25-Jährige musste sich in der Sprintkonkurrenz in Trondheim erst im Zielsprint des 7,5-km-Langlaufs um eine Sekunde dem Deutschen Ronny Ackermann geschlagen geben. Bisher hatte der Salzburger als bestes Weltcup-Ergebnis einen dritten Platz aus dem Dezember 2003 im Fleimstal zu Buche stehen. Ackermann übernahm mit dem dritten Saisonerfolg die alleinige Führung im Gesamtweltcup und liegt 74 Punkte vor dem Finnen Hannu Mannninen (Tageszehnter).

Michael Gruber hatte nach dem Springen mit sieben Sekunden Vorsprung auf den Finnen Anssi Koivuranta und 19 auf Ackermann geführt. Er ging den Langlauf ruhig an und blieb dem aufgerückten Deutschen bis zum Zielsprint auf den Fersen. Dort konnte er sich trotz schwieriger Bedingungen (Regen, tiefe Spur) auf perfektes Material verlassen, war aber ein wenig zu ungeduldig. Wie auch Cheftrainer Günther Chromecek feststellte: "Ich habe ihm den Sieg zugetraut, aber er hätte im Zielsprint noch etwas länger warten müssen. Ich bin aber sehr zufrieden."

Gruber selbst war sich dessen bewusst, freute sich aber über den gewonnenen zweiten Platz und dachte nicht an einen verloren gegangenen Sieg. "Ich freue mich sehr darüber. Vor allem wie sich das Springen entwickelt hat von der letzten Woche bis heute. Ich habe an den zwei Trainingstagen an der Hocke etwas umgestellt, es klappt super." Die Taktik für den Langlauf war klar. "Ich bin es nicht zu schnell angegangen, habe gerechnet, dass Ronny ran kommt und ich wollte so lange wie möglich mit ihm mitgehen."

Dass er den Deutschen dann sogar noch zum Zielsprint fordern konnte, überraschte ihn selbst ein bisschen: "Ich war sehr konzentriert, damit ich in der letzten Kurve ja nicht hinfalle, da war es sehr tief, es regnet seit gestern ununterbrochen." Umgedreht hat er sich während der 7,5 Kilometer nicht oft ("Höchstens einmal"), und im Finish wurde ihm klar. "Ich muss mich nicht mehr umdrehen, ich kann sogar gewinnen." Daraus wurde zwar dann knapp nichts, bleibt also zu hoffen, dass der Team-Weltmeister von 2003 seine aktuelle Hochform konservieren kann.

Bieler fällt zurück
Christoph Bieler, nach dem Springen mit 21 Sekunden Rückstand auf seinen führenden Landsmann an vierter Stelle, fiel nach dem Langlauf auf den siebenten Platz zurück. "Ich wollte eigentlich mit Ackermann mitgehen, aber dazu war ich heute nicht in der Lage." Zufrieden durfte er trotzdem sein, in bisher vier Saisonbewerben war er nie schlechter als Achter, im Gesamtweltcup ist er als Fünfter bester ÖSV-Kombinierer.

Drittbester Österreicher als Zwölfter wurde am Sonntag der Vortagsdritte Felix Gottwald, der als 30. nach dem Springen und umgerechnet 1:32 Minuten Rückstand keine Chance mehr auf einen absoluten Topplatz hatte, aber in der Loipe die schnellste Zeit erzielte. Nach dem Springen ebenfalls bereits zu großen Rückstand hatte Mario Stecher, der schließlich 17. wurde. Wilhelm Denifl landete auf Rang 21 und David Kreiner auf 30, womit alle sechs ÖSV-Kombinierer Weltcuppunkte machten.

Die Kombinierer haben nun - bedingt durch die Absage der Bewerbe im Fleimstal - eine 24-tägige Zwangspause. Weiter geht es am 30. Dezember in Oberhof. Das ÖSV-Team reiste am Sonntagabend noch nach Helsinki ("Gruber: Dort werde ich eine Runde zahlen") und absolviert ab Donnerstag einen fünf- bis sechstägigen Trainingskurs in St. Moritz. (apa)

6.12.2004 13:24