Sonntag, 5. Dezember 2004

Skispringen in Trondheim: Andi Widhölzl landet am Podest, Morgenstern Fünfter

  • Der Sieg geht erneut an den Finnen Janne Ahonen
  • Widhölzl: "Mir taugt's momentan, es macht Spaß"

Janne Ahonen dominiert den Skispringer-Weltcup in ähnlicher Manier wie Bode Miller bei den alpinen Herren. Der Finne gewann am Samstag in Trondheim auch den dritten Saisonbewerb, mit 132,0 und 135,5 Metern setzte er sich 4,2 Punkte vor dem überraschend starken Jakub Janda (CZE) durch. Mit Andreas Widhölzl landete im dritten Bewerb der dritte Österreicher auf dem Podest, "Swider" wurde nach 128 und 129,5 m Dritter.

Thomas Morgenstern, der nach dem ersten Sprung an der dritten Stelle gelegen war, fiel auf Platz fünf zurück. Martin Höllwarth und Wolfgang Loitzl sorgten mit den Rängen acht und neun für weitere Top-Ten-Ränge für den ÖSV. Damit boten die Springer ein ähnlich gutes Ergebnis wie die ÖSV-Kombinierer in Trondheim, die mit Felix Gottwald ebenfalls einen dritten Rang sowie vier Athleten in den Top Ten aufzuweisen hatten.

"Mir taugt's momentan, es macht Spaß. Ich bin jetzt stabil, egal bei welchem Wind", freute sich Widhölzl über seinen ersten Podestplatz seit langem. Cheftrainer Alexander Pointner war mit seinem Schützling sehr zufrieden. "Das freut mich sehr für den Swider. Es geht stetig bergauf für ihn, wir hatten gar nicht gedacht, dass es so schnell gehen würde. Es ist gut, dass er für die harte Arbeit belohnt wird." Widhölzl hat ja seinen Sprungstil umgestellt, hat eine balanciertere Anfahrtshocke und springt vertikaler vom Tisch weg als früher. "Das war schwierig, in dem Wettkampfalter", lobt Pointner den Tiroler. "Ich habe schon beim Training in Lillehammer gesehen, dass er ganz knapp davor ist, den nächsten Schritt zu machen."

"Ich weiß, dass jeder Einzelne noch mehr kann"
Auch sonst hatte der Neo-Cheftrainer allen Grund zur Freude: "Wir haben vier Springer unter den besten Neun. Ich will nicht unzufrieden sein, aber ich weiß, dass jeder Einzelne noch mehr kann und das beruhigt mich." Zum Beispiel ein Martin Höllwarth, der den ersten Durchgang für seine Verhältnisse eher verpatzt hat und sich dann vom 15. noch auf den achten Platz verbesserte. Und nach dem dritten Athleten auf dem Podest sieht man freilich mit freiem Auge das Potenzial der ganzen Mannschaft.

Wermutstropfen waren das Ausscheiden von Florian Liegl und Andreas Kofler und freilich die Disqualifikation von Andreas Goldberger, der für die neue Body-Mass-Index-Regel um 100 Gramm zu wenig auf die Waage brachte. "Es gibt eben ein sehr striktes Reglement. Aber im Spitzensport muss man ans Limit gehen. Ich habe heute einen anderen Anzug genommen, und da hat es mich erwischt. Aber es wird mir sicher nicht mehr passieren", versprach Goldberger.

Pointner verlangt auch von jenen Springern, die die Möglichkeiten dazu haben, dass sie ans Limit gehen. Manche Athleten können gar nicht so an die Gewichtsgrenzen gehen, Goldberger ist aber einer davon. Die Konsequenz für Goldberger? "Er muss heute Abendessen gehen." Unterschiede zu früher will Pointner nach der Einführung der Gewichtsregel im gesamten Feld sehr wohl bemerkt haben. "Es kommt nicht mehr vor, dass vom K-Punkt jemand noch einmal abhebt. Es hat Leichtgewichte gegeben, bei denen das so war." (apa/red)

5.12.2004 16:32