Freitag, 3. Dezember 2004

Frust im Kombi-Lager: Zwangspause für die Nordischen bis zum 30. Dezember

  • Cheftrainer Chromecek: "Katastrophale Terminplanung"
  • Der internationale Skiverband FIS verteidigt sich

Nach der Absage der Weltcup-Bewerbe im Fleimstal (11./12. Dezember) ist die Frustration im Lager der Nordischen Kombinierer groß. Da die FIS keinen Ersatzort auftreiben konnte, müssen die Sportler, die ihre Saison gerade erst begonnen haben, nach den Bewerben in Trondheim an diesem Wochenende bis zum 30. Dezember warten, ehe sie in Oberhof nach Trondheim wieder um Weltcup-Punkte springen und laufen können.

"Es ist einfach eine katastrophale Terminplanung. Für mich ist es auch unglaubwürdig, dass man in Predazzo die Schanze innerhalb einer Woche nicht herrichten kann", zeigte sich ÖSV-Cheftrainer Günther Chromecek wenig begeistert von der drohenden langen Auszeit für seine Athleten. "Es ist eine sehr triste Situation. Das ist jetzt die beste Zeit und wir machen fast ein Monat Pause. Es ist beschämend, was da aufgeführt wird", meinte er verbittert.

Natürlich ist die Nordische Kombination ein Freiluft-Sport und man ist vor Absagen nicht gefeit, doch die Terminplanung ist seit Jahren ein Kritikpunkt nicht nur aus dem ÖSV-Lager. "Wir bekommen ja überhaupt keinen Wettkampf-Rhythmus. Wir werden uns mehr oder weniger nur noch auf die WM vorbereiten", meinte der ÖSV-Funktionär, der auch die weitere Terminplanung kritisierte. "Im Jänner haben wir auch zwei freie Wochenenden und dann sollen wir für zwei Bewerbe unmittelbar vor der WM nach Japan."

Darum überlegt er jetzt schon, den Japan-Trip im Sinne einer geordneten Vorbereitung auf Oberstdorf sausen zu lassen. Außerdem gibt es auch Gespräche mit dem DSV in der unerwünschten Dezember-Pause einen Einladungsbewerb zu veranstalten.

Kein Ersatzorganisator auftreibbar
"Dass wir durch den Ausfall nun zwei freie Wochenenden haben, ärgert uns alle", meinte Ulrich Wehling, der FIS-Renndirektor für die nordische Kombination. "Doch überall dort, wo wir angefragt haben, sind die Organisatoren in der Kürze der Zeit nicht in der Lage, einen Wettkampf auszutragen." In Predazzo sei die Unterkonstruktion der Schanze kaputt gegangen, doch will man dort vor der Reparatur die Ursachen dafür herausfinden.

Da es ein ähnliches Problem aber schon öfters gegeben hat, gibt es auch eine positive Nachricht für die Kombinierer. "In der Planung für 2005/06 werden wir vom Weltcup-Opening weg bis zum Wochenende vor Weihnachten alles belegen", so Wehling. Doch sei es in der Vergangenheit schon des Öfteren so gewesen, dass es mehr Möglichkeiten gegeben hat, als Interessenten für eine Austragung da waren. Zwar befinde sich die Nordische Kombination auf einem "aufsteigendem Ast", doch sei man noch weit davon entfernt, innerhalb von zwei bis drei Tagen oder einer Woche neue Schauplätze aufzutun.

Möglicherweise wird die Situation noch verschärft, wenn die Wettervorhersagen für Trondheim stimmen. Zwar herrschten beim Freitagvormittag-Training noch prächtige Bedingungen, allerdings drohte von Island her eine Schlechtwetter-Front. (apa/red)

3.12.2004 14:25