Nach schweren Gefechten im Osten: Massenflucht im Kongo hat eingesetzt
- Über 46.000 Menschen sollen sich im Wald verstecken
- Hilfsorganisationen über humanitäre Lage besorgt
Nach Gefechten im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat es dort UN-Informationen zufolge offenbar eine Massenflucht gegeben. Wer für die Militäraktionen verantwortlich sei, sei unklar, hieß es aus UN-Kreisen am Freitag.
Wegen der allgemeinen Instabilität in der Region seien konkrete Angaben zur Lage schwierig. Hilfsorganisationen hätten berichtet, rund 46.000 Menschen hielten sich aus Angst vor Übergriffen in den Wäldern von Pinga und Walikale versteckt, sagte der Chef des UN-Büros zur Koordinierung der Humanitären Hilfen für den Kongo.
Anscheinend seien die Rebellen der Demokratischen Streitkräfte zur Befreiung Ruandas (FDLR) in die Gefechte verwickelt. Auf der anderen Seite stünden "sehr disziplinierte, organisierte Einheiten", möglicherweise Einheiten der 8. Militärregion Kongos oder aber Einheiten der Armee von Ruanda.
Ruanda hatte bereits zwei Mal zu früherer Zeit Soldaten über die Grenze in den Kongo einmarschieren lassen, um Interahamwe- Hutu- Rebellen zu verfolgen, die an dem millionenfachen Morden vor zehn Jahren gegen Angehörige der Tutsi-Volksgruppe in Ruanda beteiligt waren.
Ruandas Präsident Kagame hatte im November dem UN-Sicherheitsrat mitgeteilt, er plane die Entsendung von Soldaten in die Region. Ein Diplomat sagte, es habe eine solche ruandische Militäraktion gegeben. Beweise gab es nicht.
Besorgt über das Aufflammen der Gewalt äußerte sich das US- Außenministerium. Es kündigte die Entsendung eines Diplomaten an, der die betroffenen Parteien drängen werde, ihre Streitigkeiten friedlich zu lösen.(apa)
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
