Kämpfe im Osten des Kongo: Tausende Zivilisten befinden sich auf der Flucht!
- Gefechte zwischen "Unbekannten" und Hutu-Rebellen
- Ruanda bestreitet, Truppen im Kongo zu haben
Tausende Zivilisten in der Demokratischen Republik Kongo sind seit Donnerstag wegen Kämpfen im Osten des Landes auf der Flucht. Nach UNO-Angaben gab es Kämpfe zwischen "Unbekannten" und ruandesischen Hutu-Rebellen im Grenzgebiet zwischen dem Kongo und Ruanda nördlich der Stadt Goma.
Der Leiter der UNO-Mission im Kongo, M'Hand Djalouzi, hatte zuvor von einer Gruppe von rund hundert ruandesischen Soldaten in der Region berichtet. Die ruandesische Regierung dementierte die Präsenz vom Truppen im Nachbarland, behielt sich aber vor, Soldaten zu schicken. Die USA kündigten die Entsendung eines Sondergesandten an.
Mehrere tausend Kongolesen aus der Region nördlich der Stadt Goma seien auf dem Weg in weiter nördlich gelegene Gebiete, sagte UNO- Vertreter Bernard Le Flaive der Nachrichtenagentur AFP in Goma. In den kommenden Tagen sei mit weiteren Flüchtlingen zu rechnen. Über die Identität der Angreifer wollte er zunächst keine Angaben machen, da ihm noch keine bestätigten Angaben vorlägen.
Ein Berater des ruandesischen Präsidenten Paul Kagame sagte in Kigali, "alle Berichte" über ruandesische Truppen im Kongo seien "falsch". Gleichzeitig schloss er einen Einmarsch in das Nachbarland nicht aus. Sollte es zur "Verteidigung der territorialen Integrität" Ruandas nötig sein, sei das Land "gezwungen", in den Kongo einzumarschieren. Kigali marschierte bereits zweimal in den Kongo ein, um gegen Hutu-Rebellen zu kämpfen, zuletzt während des Krieges von 1998 bis 2003.
Die ruandesische Regierung begründet ihre Einmärsche mit dem Kampf gegen Hutu-Rebellen im Kongo. Nach dem Völkermord in Ruanda vor zehn Jahren waren die verantwortlichen Hutu-Milizen vor der neuen Tutsi- Regierung in den Ostkongo geflohen. Die kongolesische Regierung hat auch nach dem Ende des Bürgerkrieges keine Kontrolle über diesen Teil des Landes, in dem Rebellen seit Jahren um die Kontrolle der großen Rohstoffvorkommen kämpfen.
(apa)
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