Kein Attentat auf Serbiens Präsident Tadic? Offenbar war es ein Verkehrsunfall
- Angestellter der US-Botschaft rammte den Wagen
- Der Fahrer stellte sich freiwillig der örtlichen Polizei
Bei dem vermeintlichen "Attentat" auf den serbischen Präsidenten Tadic hat es sich offenbar um einen Verkehrsunfall gehandelt. Ein Angestellter der US-Botschaft in Belgrad sei unbeabsichtigt mit seinem Wagen in die Fahrzeugkolonne des Staatschefs gefahren, sagte der serbische Innenminister Jocic am Mittwoch vor Journalisten. Der Fahrer habe sich freiwillig der Polizei gestellt.
Sein Ministerium sei von der Sicherheitsabteilung der US-Botschaft über den Vorfall unterrichtet worden. Auch die ersten Ermittlungsergebnisse zeigten, dass es sich lediglich um einen "Zwischenfall" handele. Demgegenüber hatte die Präsidentschaftskanzlei von einem Attentatsversuch gesprochen.
Nachdem Begleitfahrzeuge des Sicherheitsdienstes von Tadic das Fahrzeug abgedrängt hätten, habe es mehrmals versucht, sich in die Fahrzeugkolonne des Republiksoberhauptes einzuordnen. Das sei von den Begleitfahrzeugen aber verhindert worden. Schließlich hätten die Tadic-Sicherheitsleute den Audi verfolgt, doch sei er ihnen entkommen.
Der Fahrer des Wagens, eine Ortskraft der US-Vertretung, habe nicht gewusst, dass es sich um die Eskorte des Präsidenten handele, sagte Jocic. Die US-Botschaft habe die Polizei unterrichtet, dass ihr Angestellter Miroslav Cimpl den fraglichen Audi gefahren habe. Zu dem Unfall sei es gekommen, weil der Mann Angst bekommen habe, als er die Blaulichter der vorbeifahrenden Begleitmotorräder sah. Die US- Botschaft war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Tadic ist an der Spitze der Demokratischen Partei (DS) Nachfolger des früheren serbischen Ministerpräsidenten Djindjic, der im März letzten Jahres im Zentrum von Belgrad ermordet worden war. Vor seiner Ermordung war er wiederholt Attentatsversuchen entgangen.
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