Montag, 29. November 2004

Wieder Anschläge und Gefechte im Irak: Mindestens 36 Menschen mussten sterben

  • Ramadi: Selbsmordattentäter riss Polizisten in den Tod

Bei Anschlägen und Gefechten im Irak sind am Montag mindestens 36 Menschen getötet worden. In der Nähe der Sunnitenstadt Ramadi riss ein Selbstmordattentäter nach Berichten von Augenzeugen 13 irakische Polizisten in den Tod. Der Täter raste mit seinem mit Sprengstoff beladenen Wagen in eine Polizeistation. Dabei seien sechs weitere Polizisten verletzt worden.

Bei einem fehlgeschlagenem Angriff auf US-Truppen nahe der früheren Rebellenhochburg Falluja kamen zwölf Iraker ums Leben. Nach Angaben von Augenzeugen hatten die Angreifer eine US-Stellung unter Beschuss genommen. Die amerikanischen Soldaten hätten sofort auf die Iraker gefeuert. In Bagdad starben zwei US-Soldaten bei einem Bombenanschlag, drei weitere wurden verletzt. Der am Straßenrand deponierte Sprengsatz explodierte, als die Amerikaner vorbeifuhren, teilte das US-Militär mit.

Bei zwei gemeinsamen Militäraktionen von amerikanischen und britischen Soldaten in der Nähe der Stadt Hilla wurden nach Angaben von Ärzten neun Iraker getötet und 18 zum Teil schwer verletzt. Wie ein Arzt im Mahmudijah-Krankenhaus der Stadt sagte, fanden die Militäroperationen in Mahawil und Haswa statt. Nach Augenzeugenangaben wurden dabei auch Hubschrauber und Panzer eingesetzt.

Die Aufständischen haben in jüngster Zeit verstärkt die irakischen Sicherheitskräfte ins Visier genommen. Allein in den vergangenen zwei Wochen kamen bei Anschlägen und Angriffen im ganzen Land Dutzende Polizisten, Nationalgardisten und Soldaten ums Leben.

Mit Anschlägen auf Polizisten und Armeeangehörige haben Aufständische in der Vergangenheit wiederholt versucht, die US-geführten Truppen aus dem Irak zu vertreiben und die irakische Übergangsregierung zu stürzen. Die US-Armee hatte bereits davor gewarnt, die Anschläge könnten sich vor den für 30. Jänner geplanten Wahlen häufen. (apa)

29.11.2004 17:47