Montag, 29. November 2004

Metro unter den Lagunen: Bürgermeister Venedigs will U-Bahnlinie bauen lassen

  • Acht Kilometer lange Verbindung kostet 343 Mio. Euro
  • Umweltschützer empört: "Schreckliche Auswirkungen"

Der Bürgermeister von Venedig und EU- Parlamentarier, Paolo Costa, drängt auf den Bau einer U-Bahn-Linie in Venedig. Am Montag wurde in der Lagunenstadt eine Studie über die Umweltbelastung des U-Bahn-Projekts vorgestellt. Die acht Kilometer lange Metro-Verbindung soll den Flughafen "Marco Polo" und die Altstadt verbinden. Das Vorhaben sieht Investitionen in Höhe von 343 Millionen Euro vor.

Laut dem Projekt sollten 58 Prozent der Ausgaben für das neue U- Bahn-Netz vom italienischen Staat und der Rest von Privatinvestoren übernommen werden, berichteten italienische Medien. Pro Stunde sollte die U-Bahn bis zu 2.000 Passagiere pro Richtung transportieren. Auf der Strecke sind sechs Stationen vorgesehen. Die U-Bahn würde unter anderem auf der Insel Murano halten.

Der Bürgermeister von Venedig hofft, dass die Bauarbeiten bereits in zwei Jahren beginnen, berichteten italienische Medien. Die U-Bahn sei notwendig, um Venedig nicht nur als Touristenstadt eine Zukunft zu sichern. Costa bezeichnete das Projekt als eine Lösung für die Mobilitätsprobleme der Lagunenstadt. "Es gibt zu viele Touristen an zu wenigen Orten", so der Bürgermeister. Eine U-Bahn könne den Strom der Besucher besser verteilen.

Das neue Verkehrsmittel könnte bereits 2010 eingeweiht und später bis zur Insel Lido verlängert werden. In diesem Fall würde es bis zu 21 Kilometer lang werden.

Das Metroprojekt rief bei Umweltschützern heftige Proteste hervor. Eine U-Bahn unter der Lagunenstadt werde "schreckliche" Auswirkungen für die Stadt haben, da es zu "gefährlichen Erschütterungen" kommen könne.

(apa)

29.11.2004 12:47