Van der Bellen im "profil": "Gusenbauer hat sich das nicht verdient"
- Grünen-Chef kritisiert SPÖ-Parteitag
- "Weiß jetzt was Freundschaft und Solidarität bedeutet"
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In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des von "profil" bricht Alexander van der Bellen, der Bundessprecher der Grünen, eine Lanze für SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer, der beim SPÖ-Parteitag über zehn Prozent Streichungen hinnehmen musste. "Gusenbauer hat es sich nicht verdient, so behandelt zu werden. Das kommt mir vor, als haute man jemand mit einem Scheit in die Kniekehle, bis er zusammen sackt. Und dann sagt man: Jetzt steh' auf und gewinn' die nächsten Wahlen. Wenn Gusenbauer seinen Genossen nicht passt, hätten sie längst einen anderen Kandidaten installieren müssen."
Van der Bellen merkt spöttisch an, er wisse jetzt, "was Freundschaft und Solidarität bedeutet." Gusenbauer zu beschädigen, "ohne Ersatz zu haben, ist ein starkes Stück". Der Grünen-Chef weiter im "profil-Interview: "Haben sich im Jahr 2000 so viele um seinen Job gerissen? Die Partei war bankrott. Gusenbauer hat einen Klub übernommen, der unfähig zur Opposition war. Zählt das nichts?"
Van der Bellen stelllt fest, dass beim SPÖ-Parteitag ein Antrag, keine Koalition mit der FPÖ einzugehen, mit großer Mehrheit angenommen wurde. "Und dann kriegt Peter Ambrozy, der genau das in Kärnten gemacht hat, mehr Stimmen als Gusenbauer."
Zu einer möglichen schwarz-grünen Koalition auf Bundesebene zeigt sich Van der Bellen gegenüber "profil" skeptisch. "Wir liegen mit einigen ÖVP-Ministern im Clinch: mit Gehrer in der Bildungspolitik, mit Strasser in der Asylpolitik, mit Grasser in der Budgetpolitik."
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