Knapp drei Wochen nach Unfall: Seilbahn in Sölden seit heute wieder in Vollbetrieb
- Steuerkabel bleibt bei erster Sektion oberirdisch
- 'Potenzierung von Schwingungen' als Unglücks-Auslöser
Knapp drei Wochen nach dem spektakulären Seilbahnzwischenfall in Sölden wird die Bahn auf die "Schwarze Schneid" ab Samstag wieder in Vollbetrieb genommen. Eine Woche nachdem die zweite Sektion bereits in Gang gesetzt worden war, werden nun auch die Gondeln der ersten Sektion wieder fahren.
Das Steuerkabel der ersten Sektion wird dabei weiterhin oberirdisch geführt. Mehrere Gutachten im Auftrag des Verkehrsministeriums hatten ergeben, dass eine unterirdische Verlegung nicht nötig sei, erklärte der kaufmännische Geschäftsführer der Bergbahnen, Jakob Falkner, am Freitag der APA. Im unteren Bereich der Bahn gebe es nicht so viele Windböen, außerdem seien die Spannweiten zwischen den Stützen nicht so groß wie bei der zweiten Sektion.
Der Aufsehen erregenden Vorfall hatte sich am Rettenbachferner auf über 3.000 Metern Höhe abgespielt. Das Steuerseil hatte sich mit einer leeren, talwärts fahrenden Gondel verhängt. Die Kabine war nach dem eingeleiteten Notbetrieb der Bahn abgestürzt. 113 Fahrgäste hatten in der Folge aus den stecken gebliebenen Gondeln einzeln - aus bis zu 50 Metern Höhe - abgeseilt werden müssen. Sie hatten teilweise mehrere Stunden bei eisigen Temperaturen auf ihre Bergung gewartet. Verletzt wurde niemand.
Nach Angaben der Bergbahnen war eine "Potenzierung von Schwingungen" der Auslöser für den Zwischenfall gewesen. Zwei Mitarbeiter der Bergbahnen sind vom Ministerium suspendiert worden. Die Bergbahnen hatten angekündigt, die Suspendierung zu bekämpfen. Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft prüft inzwischen, ob fahrlässige Gemeingefährdung vorliegt. Der deutsche Anwalt Michael Witti forderte für die betroffenen Wintersportler Schadenersatz in jeweils fünfstelliger Höhe.(apa)
