Samstag, 4. Dezember 2004

Absturz in allen Bereichen: PISA-Studie stellt Österreich miserables Zeugnis aus!

  • Finnland dominiert Bildungsvergleich, Gehrer schweigt
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Die Berichte über das schlechte Abschneiden Österreichs beim OECD-Bildungsvergleich Pisa 2003 haben sich bestätigt. Wie aus dem Bericht hervorgeht, ist Österreich im Vergleich zur ersten Pisa Studie 2000 in allen abgetesteten Kompetenzfeldern - Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften - zurückgefallen. Auch im neu eingeführten Kompetenzfeld "Problemlösen" liegt Österreich nur knapp über dem OECD-Schnitt. Souveräner Sieger des Vergleichs ist Finnland. (Hier klicken - Die Details!).

Die Finnen belegen in drei von vier Kategorien den besten Platz unter den OECD-Ländern. Lediglich im neuen Testfeld Problemlösen mussten sie sich knapp Südkorea geschlagen geben, das auch in den anderen Bereichen ausgezeichnete Plätze belegt. In einzelnen Bereichen vorne mit dabei sind auch Japan, Kanada und die Niederlande. Deutschland liegt zwar durchwegs vor Österreich, schneidet im OECD-Vergleich aber nur durchschnittlich ab. Die Schweiz liegt in allen Bereichen unter den Top 10, nur im Lesen reichte es für die Schweizer "lediglich" für Platz 11.

Am schmerzhaftesten ist der österreichische Absturz bei der Naturwissenschaft: Hier lag man 2000 noch auf Rang acht, diesmal reichte es nur noch für Platz 20. In Sachen Mathematik fielen die österreichischen 15- bis 16-jährigen Schüler von Rang elf auf Rang 15 zurück, beim Lesen belegen sich nur noch den 19. Platz (2000: 10) und beim neuen "Problemlösen" steigt Österreich auf Rang 15 ein.

Schwaches Abschneiden der berufsbildenden mittleren Schulen
Als besonderes Problemfeld erweisen sich im Pisa-Vergleich die berufsbildenden mittleren Schulen. Besonders krass die Situation an den Berufs- und vor allem an den Polytechnischen Schulen: Die Schüler dort finden sich weit unter dem OECD-Mittelwert. Besonders auffällig wird dies bei der Lesekompetenz: Die österreichischen Schüler an den Polytechnischen Schulen erreichen schlechtere Werte (397 Punkte) als etwa Thailand (420), Brasilien (403) und Mexiko (400) insgesamt. Schüler der AHS und BHS liegen dagegen weit über dem OECD-Schnitt.

Die politischen Reaktionen fielen erneut harsch aus: SP-Bildungssprecher Erwin Niederwieser sieht die "Bildungspolitik von Schwarz-Blau vor dem Bankrott". Sein Grüner Kollege Dieter Brosz wirft Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) vor, "wider besseren Wissens die Alarmsignale der letzten PISA-Studie ignoriert und das Ergebnis schön geredet zu haben".

FP-Bildungssprecherin Mares Rossmann will nun das Bildungskapitel im Regierungsprogramm überarbeiten und einen "Nationalen Bildungsrat" einsetzen. "Die SPÖ ist gefordert mitzuwirken", so Rossmann mit Blick auf die im Schulbereich nötige Zweidrittel-Mehrheit. Keine Reaktion gibt es vorerst von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V). VP-Bildungssprecher Werner Amon hält "Schnellschüsse" im Zusammenhang mit der Analyse der Pisa-Daten für unangebracht. (apa/red)

4.12.2004 21:05