Cannabis, Ecstasy, Heroin: Immer mehr Österreicher haben "Drogen-Erfahrung"
- Konsum von Cannabis mit Abstand am häufigsten
- Österreicher für Beibbehaltung des Drogenverbots
Immer mehr Menschen - speziell höher Gebildete, jüngere Personen und Stadtbewohner - haben Erfahrung mit illegalen Drogen. Das geht aus dem "Bericht zur Drogensituation 2004" des Österreichischen Bundesinstituts für Gesundheitswesens hervor. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung das Prinzip "Therapie statt Strafe" befürwortet, gibt es auch eine vermehrte Zustimmung zu repressiven Maßnahmen.
Ein erheblicher Teil der Österreicher hat bereits illegale Substanzen konsumiert. Laut der Autoren finden sich Erfahrungen mit Drogen am häufigsten bezüglich Cannabis mit einer Häufigkeit von mindestens 30 Prozent bei jungen Erwachsenen. Weiters finden sich Konsumerfahrungen von zwei bis vier Prozent für Ecstasy, Kokain und Amphetamine und von rund ein bis maximal zwei Prozent für Opiate wie Heroin.
Zehn Drogentote im Jahr mehr
Die Zahl der suchtgiftbezogenen Todesfälle ist im Jahr 2003 mit 189 österreichweiten Fällen angestiegen. 2002 waren es 179 gewesen. Direkt Opfer von Intoxikationen wurden im Vorjahr 163 Personen (2002: 139). Eine ähnlich hohe Zahl hatte es zuletzt im Jahr 2000 (167) gegeben. Bei 71 Prozent der Toten wurden Misch-Vergiftungen unter Beteiligung von Opiaten registriert.
Stabil geblieben sind die Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Suchtgiftmittelgesetz. Im Jahr 2002 waren es 19.559 Anzeigen wegen leichter Delikte und 2.293 wegen Verbrechen. 2003 gab es 19.290 Anzeigen wegen Vergehen und 2.490 wegen Verbrechenstatbeständen. Erstmals ist im Jahr 2003 die Zahl der Anzeigen wegen Cannabis auf von knapp 20.000 unter 18.000 gesunken.
Therapie statt Strafe
In der österreichischen Bevölkerung hält sich weiterhin überwiegend die Auffassung, dass der Suchtgiftproblematik am ehesten mit Therapie statt mit Strafe beizukommen ist. So sprachen sich 76 Prozent von 670 befragten Wienern dafür aus, Drogenabhängige zu entkriminalisieren, gleichzeitig sollte aber auch das "Drogenverbot" generell aufrechterhalten werden. (apa)
