Donnerstag, 2. Dezember 2004

Heimische Top-Forscher: EU-Nobelpreis an Austrophysiker Zeilinger und Weinfurter

  • "Descartes"-Preis geht ex aequo an zwei Projekte
  • Gewinnsumme von 1 Million Euro wird aufgeteilt

Der EU-Wissenschaftspreis "Descartes" geht heuer unter anderem an die beiden österreichischen Physiker Anton Zeilinger und Harald Weinfurter. Die Wissenschafter sind an einem grenzüberschreitenden Quantenkommunikations-Projekt beteiligt, das mit dem Preis geehrt wurde. Ausgezeichnet wurde zudem ein Forschungsprojekt, in dem die Geheimnisse der Alterung in den Mitochondrien entdeckt wurden.

Das Quantenkommunikations-Projekt "IST-QuComm" wird unter der Federführung eines Schwedischen Forschers durchgeführt. Neben Zeilinger und Weinfurter arbeiten auch Wissenschafter aus Frankreich, Schweiz, Großbritannien und den USA mit. "IST-QuComm" erhält die Hälfte des mit einer Million Euro dotierten Preises, teilte das Büro Zeilingers am Donnerstag mit.

Der heuer zum fünften Mal vergebene "Descartes"-Preis wird für herausragende wissenschaftliche und technologische Spitzenleistungen in grenzüberschreitender Zusammenarbeit verliehen. Im Finale standen acht Forschungsteams aus 17 Ländern. Die Preisträger wurden am Donnerstag im Rahmen einer Feier in Prag bekannt gegeben.

Die Wissenschafter haben in dem Projekt "IST-QuComm" die Quantentechnologien aus dem geschützten Labor in die Welt der Anwendung gebracht. Sie haben neue Konzepte und Technologien für Quanten-Kommunikation entwickelt, etwa den Einsatz der so genannten Teleportation für die Übertragung von Quanteninformation über größere Distanzen und die absolut abhörsichere Verschlüsselung und Übertragung von Informationen mit Hilfe des Quantenphänomens der verschränkten Photonen (Quantenkryptographie).

Diese Arbeiten gipfelten in einem anwendungsnahen, Aufsehen erregenden Experiment, das im April dieses Jahres unter Federführung Zeilingers in Wien stattfand: die weltweit erste quantenkryptographisch verschlüsselte Banküberweisung.
(apa/red)

2.12.2004 11:56