Sonntag, 5. Dezember 2004

Wer ist Mainoni? Als FPÖ-Staatssekretär erstmals im Licht der Öffentlichkeit!

  • NEWS-Porträt: Der Herr der Forschungsförderung
  • PLUS: FFG soll Ordnung ins Forschungschaos bringen

Der FP-Staatssekretär Eduard Mainoni stand die längste Zeit im Schatten seines Ressortministers Hubert Gorbach. Der ehemalige Leiter einer Salzburger Security-Firma wurde am 24. Juni 2004 in die Bundesregierung geholt, um die Agenden der Forschungsförderung zu übernehmen. Mit der Gründung der ForschungsförderungsGmbH und ersten Auslandsreisen wird der freiheitliche Staatssekretär aktiv.

Hätte sich der 46-jährige Magister Eduard Mainoni nicht gegen ITER - ein Kernfusionsreaktor, an dem die EU, die USA, Russland, Japan, China und Südkorea beteiligt sind - und erst wenige Tagen davor gegen die weitere Schließung von Postämtern ausgesprochen, wäre er ein unbekanntes Wesen geblieben. Formell wurde der ehemalige Geschäftsführer einer Salzburger Securityfirma am 24. Juni 2004 deshalb in die Bundesregierung geholt, um für den medienbewussten und daher stets omnipräsenten Vizekanzler Hubert Gorbach die Agenden der Forschungsförderung zu übernehmen. Theoretisch. In der politischen Praxis durfte Mainoni fünf Monate lang in jenen Veranstaltungen Gesichtsbäder nehmen, die dem Vizekanzler medial zu wenig glamourös erschienen.

Forschungsförderung
Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, ist es in den vergangenen Wochen gelungen, die diversen Forschungsförderungsinstitute unter einen Hut zu bringen. Der ausgewiesene Weltraumexperte Klaus Pseiner wurde Geschäftsführer der ForschungsförderungsGmbH (FFG), eines Unternehmens, das - ausgestattet mit einem stolzen Budget von 350 Millionen Euro - nunmehr alle wirtschaftsrelevanten Förderungen in einer Hand vereint.

Die FFG muss im politischen Umfeld von Hubert Gorbachs Infrastrukturministerium gedeihen - inwieweit Gorbach oder sein Staatssekretär Mainoni das Sagen hat, ist vorerst noch unklar.

Auftragskeiler
Tatsache ist, dass die Forschungsförderung bis dato reichlich unkoordiniert vor sich hinwerkte. Seit der Vorwoche bemüht sich Mainoni persönlich um neue Kontakte. FFG-Geschäftsführer Pseiner spricht von einer "Türöffnerfunktion".

Prompt reiste Mainoni in der Vorwoche zur Aeronautikfirma Alenia, in deren Montagehallen am Flughafen Turin-Caselle Flügel für die Typhoon-Abfangjäger und ganze Flugzeuge endgefertigt werden. Pro Woche verlässt nun ein EADS-Abfangjäger die Alenia-Hallen. Mainoni war der erste EU-Politiker, der im Cockpit der Typhoon 007 Platz nehmen durfte. Gar nicht ungeschickt betätigte sich der Staatssekretär als Auftragskeiler. Er bahnte Forschungskooperationen mit der Alenia-Konzernmutter Finmeccanica - der größten Aerofirma Italiens - und die Teilnahme an einer Forschungsplattform mit dem Centro Ricerche Fiat - dem Forschungslabor des Autoriesen Fiat - an. Die Turiner Gesprächspartner bescheinigten dem recht professionell auftretenden Staatssekretär Mainoni "bella figura".

Mit der FFG soll Ordnung ins Forschungschaos kommen
An die 100 Firmen - allesamt weltweit anerkannte Spezialisten für Luftfahrt, Weltraum, Nano- oder Mikrotechnologie etc. - werkten bisher reichlich unkoordiniert im Nischenbereich der Forschung. Mit der Gründung der Forschungsförderungs- GmbH (FFG) wurden nun alle Forschungsförderungen zentralisiert. Der Luftraumexperte Klaus Pseiner wurde einer der beiden FFG-Geschäftsführer. Die Firma verfügt über ein doch sehr ansehnliches Budget von 350 Mio. Euro, das von der öffentlichen Hand und der Nationalstiftung aufgebracht wird. Italien ist an klassischen Zulieferungen aus Österreich wenig interessiert, wohl aber an Forschungskooperationen. Mainoni hat nun begonnen, mit großen italienischen Forschungsinstituten Kontakte aufzubauen.

Die gesamte Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!

5.12.2004 19:24