Ende des Nachtfahrverbots gefordert: Frächter blockierten Inntalautobahn in Tirol
- "Zumindest Lkw der Klasse 'Euro-III' ausnehmen"
- 400 Lkw mussten warten, aber keine Verkehrsbehinderungen
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Die Inntalautobahn im Tiroler Unterland war am Samstag erneut Schauplatz für eine Totalblockade. Dieses Mal sperrten allerdings nicht Transitgegner, sondern Vertreter von Fuhrunternehmen und Lkw-Fahrer die wichtige Transitroute. Der Sprecher des Transportforums, der Innsbrucker Anwalt Bernhard Haid, verlangte erneut ein Ende des Lkw-Nachtfahrverbotes in Tirol bzw. Ausnahmen für Fahrzeuge der so genannten "Euro III-Klasse".
Die Verkehrsbehinderungen hielten sich in Grenzen. An der Kundgebung auf einem Parkplatz neben der Inntalautobahn bei Münster nahmen nach übereinstimmenden Angaben von Exekutive und Veranstalter "zwischen 300 und 400 Personen" teil.
Der Großteil des Lkw-Verkehrs sei "hausgemacht", nur ein geringer Teil entfalle auf den eigentlichen Nord-Süd-Transit, betonte Haid. Maut- und Straßeneinnahmen müssten in Lärmschutzbauten investiert werden. Das seit zwei Jahren geltende und zuletzt ausgedehnte Lkw-Nachtfahrverbot bringe keine Entlastung der Umwelt, sondern führe zu wesentlich größeren Beeinträchtigungen, als wenn der Lkw-Verkehr ohne Beschränkungen geführt werde.
Der Sprecher des Südtiroler Frächterverbandes, Johannes Erlacher, unterstrich neuerlich, dass in Italien die genau entgegengesetzte Verkehrspolitik betrieben werde. Dort gebe es Ermäßigungen für jene Fahrten, die in die Nachtstunden verlegt würden.
Gorbach kritisiert den Protest der Frächter
Verkehrsminister Hubert Gorbach (FPÖ) kritisierte den Protest der Frächter. Auch die Transportwissenschaft müsse wissen, dass nicht grenzenlos gefahren werden könne. Das Immissionsgesetz-Luft weise klare Grenzen auf. Die Forcierung des Ausbaus des Schienennetzes, insbesondere des Brennerbasistunnels und der Unterinntaltrasse, sei das "Gebot der Stunde". Der Lkw dürfe aber nicht generell verteufelt werden. Der Weg gehe dabei in Richtung moderne Lkw mit geringerem Schadstoffausstoß. Der Verkehrsminister kritisierte außerdem die Klage Vorarlbergs beim Verfassungsgerichtshof gegen das Tiroler Lkw-Nachtfahrverbot.
(apa/red)
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