Neue Jagd auf Golf und Co.: NEWS zeigt Ihnen, wie die Autoschieber-Mafia operiert
- Der Schwarzmarkt im Osten braucht billigen Nachschub
- DURCHKLICKEN: Die Festnahme eines Autoschiebers

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Österreicher sichern sich zuwenig gegen Diebe ab
Diebstahl auf Bestellung: Immer öfter knackt die Mafia Kleinautos. Der Schwarzmarkt im Osten braucht schließlich billigen Nachschub. Wie die Autoschieber-Mafia von Wien aus operiert, hat NEWS für Sie herausgefunden. NEWS war dafür exklusiv am Tatort und dokumentierte die Verhaftung eines Autodiebes in Polen. Alle Infos und Fotos rund um den spektakulären Einsatz finden Sie hier...
Die schwer bewaffneten Männer haben seit dem frühen Morgen auf ihn gewartet. Als Adam S. schließlich - noch schlaftrunken - aus dem observierten Zinshaus kommt und in einen gold-silbernen Smart Forfour einsteigen will, wird er brutal zu Boden gerissen. Drei Hünen in schwarzen Overalls drücken sein Gesicht auf den Asphalt und legen ihm Handschellen an. In der rechten Hand hält der Verdächtige den passenden Autoschlüssel. Nur zwei Tage zuvor wurde der neuwertige Pkw - Kaufpreis: 16.000 Euro - in Wien-Neubau gestohlen.
Alle Fotos rund um den spektakulären Einsatz finden Sie in der Substory
"James Bond von Polen"
Adam S. ist bereits der fünfunddreißigste Autodieb in diesem Jahr, den die so genannte "Rutkowski Patrol" hochgehen hat lassen, jener Smart, der unweit der Wohnung von Adam S. geparkt war, die vierhundertsiebente Sicherstellung eines Pkws. Gut dreißig Mann - allesamt Expolizisten - gehören der privaten Eliteeinheit des Detektivs Krzysztof Rutkowski an. Der gebürtige Pole mit österreichischem Pass hat in seinem Heimatland Kultstatus, "James Bond von Polen" nennen ihn die hiesigen Medien. "Wir haben überall unsere Informanten sitzen und arbeiten für 78 Versicherungsanstalten weltweit", sagt der 44-Jährige, der selbst einen BMW 645i fährt - mit Blaulicht, versteht sich.
Täglich 14 geklaute Autos
Über Auftragsmangel kann Rutkowski nicht klagen, wie ein Blick auf die Kriminalstatistik zeigt: Allein in Österreich werden pro Tag 14 Autos gestohlen. Macht pro Jahr rund 5.200 geklaute Fahrzeuge - nicht einmal ein Fünftel davon kaskoversichert, wie der Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs bestätigt. Knapp 40 Prozent aller Diebstähle von kaskoversicherten österreichischen Autos erfolgen bei Reisen nach Osteuropa. Der Großteil bleibt verschollen: Im Jahr 2003 wurden nur 101 gestohlene Fahrzeuge aus dem Ausland nach Österreich zurückgebracht.
Begehrte Kleinwagen Im heurigen Jahr stellen Ermittler und Versicherungsagenten einen neuen Trend fest: Die Autodiebe haben es vor allem auf Kleinwagen abgesehen. Der einfache Grund: "Die Leute haben kein Geld und wollen einen Pkw, der wenig Sprit braucht", erklärt Rutkowski. Auch bei den Reparaturen seien die Kleinen um vieles günstiger. Dazu kommt, dass der Verkehr in den Städten immer dichter und das Parkplatzangebot immer geringer wird. Die neuen Topmarken auf dem Markt der gestohlenen Autos: VW Golf, Fiat Punto, Mercedes A-Klasse, BMW 1er - und besagter Smart Forfour.
Klau auf Bestellung
Die Nachfrage bestimmt das Angebot - das gilt auch für die Automafia. Längst arbeiten die Banden grenzüberschreitend: Ob in Wien, Berlin oder Marseille, überall haben sie ihre Mittelsmänner sitzen. Die "Bestellungen" werden telefonisch aufgegeben: In Breslau und Stettin etwa klappern die Händler einschlägige Lokale ab und fragen, wer ein Auto möchte. Wenn jemand einen Mercedes will, wird beispielsweise die "Filiale" in Wien angerufen. Das Ganze funktioniert dann wie ein Staffellauf: Einer stiehlt das Auto, der Nächste bringt es über die Grenze in den Osten, wo der Dritte bereits wartet. Auf diese Art bekommen die Kunden ihr Wunschauto vor die Haustür geliefert.
Die ganze Geschichte lesen Sie im aktuellen NEWS Nr. 48/04
Die spektkulären Bilder der Autoschieber-Festnahme finden Sie HIER
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