"Ein großer Tag für den Verkehr": Zweite Röhre für Katschbergtunnel im Anmarsch
- Gorbach: Mehr Sicherheit und besserer Umweltschutz
- Transitgegner befürchten eine Verkehrslawine
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Vizekanzler Hubert Gorbach (F) nahm am Samstag den Spatenstich für den Bau der zweiten Röhre des Katschbergtunnels vor. "Das ist ein großer Tag für den Verkehr, für Salzburg, für Kärnten und für die Verkehrssicherheit", sagte der Infrastrukturminister. Die Landeshauptleute von Salzburg und Kärnten, Gabi Burgstaller (S) und Jörg Haider (F), betonten unisono die große Bedeutung des Tunnelbaus. Am Fuße der A 10 in Rennweg demonstrierten einige Dutzend Transitgegner, sie befürchten eine Verkehrslawine.
Bei strahlendem Sonnenschein wurde am Namenstag der Tunnel-Schutzpatronin Barbara der Baubeginn am Südportal des Katschbergtunnels gefeiert. Kärntens Verkehrslandesrat Gerhard Dörfler (F) hatte 1.000 Spaten mitgebracht, die er an die Gäste verteilte, die Musik spielte auf, die kirchliche Segnung durfte ebenso wenig fehlen wie das anschließende Buffet.
Vor der Feier meinte Gorbach bei einem Pressegespräch, mit dem Ausbau von Katschberg- und Tauerntunnel werde eine der wichtigsten Nord-Süd-Transversalen sicherer gemacht. Auf den 182 Kilometern der Tauernautobahn gebe es ein Dutzend Tunnel, von denen nur der Katschberg- und der Tauerntunnel einröhrig geführt würden. Gorbach: "Das ist auch eine Frage der Sicherheit, wenn ich den Hausverstand einschalte, brauche ich keine Studien, um einzusehen, dass ein Tunnel ohne Gegenverkehr sicherer ist."
Haider strich hervor, dass für die begleitenden Umweltmaßnahmen mehr Geld ausgegeben würde als für den Tunnelbau selbst. Bereits im kommenden Jahr werde die so genannte Einhausung der Trasse im Bereich von Trebesing in Angriff genommen, "das zeigt, dass wir unser Wort gehalten haben". Er wies auch auf den Beschäftigungseffekt hin, den die Infrastrukturinvestitionen hätten: "Wir haben speziell in Oberkärnten viele Tunnelarbeiter, die in der ganzen Welt tätig sind, jetzt haben sie einmal die Möglichkeit, daheim zu arbeiten."
Weitere Baumaßnahmen gefordert
Burgstaller meinte, man sei es den Opfern der Tunnelkatastrophe von 1999 schuldig, die zweite Röhre zu bauen, aber auch den Rettungskräften, "die ich nicht in einen Tunnel mit Gegenverkehr schicken möchte". Das Projekt sei viele Jahre lang diskutiert worden, 1989 sei sogar das Geld für den Bau der zweiten Tunnelröhren bereit gelegen. Burgstaller: "Damals hat es den Verantwortlichen vielleicht an Mut gefehlt."
Sie wies wie Haider auf die umfangreichen Lärmschutzmaßnahmen hin, forderte zugleich aber auch verstärkte Anstrengungen, den Güterverkehr mehr von der Straße auf die Schiene zu bringen. Haider sagte, in Kärnten sei der zweigleisige Ausbau der Tauernbahn praktisch abgeschlossen, nun brauche es einen "anständigen Eisenbahntunnel". Salzburgs Verkehrslandesrat Walter Blachfellner meinte dazu, in Salzburg müsse man nun dringend den Ausbau der Bahn durch das Gasteiner Tal in Angriff nehmen. (apa/red)
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