Italiens Kirchen verlangen bis zu sieben Euro Eintritt: Jetzt beginnen die Proteste
- 75 italienische Gotteshäuser wollen Geld von Gästen
- Konsumentenschützer und Kunstexperten empört

Italien wird für Touristen immer teurer, was häufiger zu Protesten führt. 75 Kirchen im Land - unter ihnen die berühmte Basilika Santa Croce, eine der ältesten und bedeutendsten Kirchen von Florenz - dürfen nur nach Zahlung einer Eintrittskarte besichtigt werden.
Mit einem Ticket zum Preis von vier Euro kann man das Gotteshaus Santa Croce, das angrenzende Museum und das Kloster besuchen. Einwohner von Florenz und Gläubige, die an den Messen teilnehmen wollen, brauchen nichts zahlen.
Bis zu sieben Euro Eintrittspreis
Um den Dom von Orvieto, die Kathedrale in Pisa und die wichtigsten Kirchen in Venedig zu besichtigen, muss man zwischen drei und sieben Euro ausgeben. Durch diese Maßnahme hoffen die Kirchenverwalter, die enorme Zahl von Besuchern in Schranken zu halten und zugleich Finanzmittel für die Renovierung der Gebäude zu sammeln.
Kunstexperte: "Kirchen sind keine Museen"
Gegen Eintrittspreise protestierte u.a. der Florentiner Kunstexperte Antonio Paolucci. Er warnte vor der Gefahr, Kirchen in Museen umzuwandeln und daraus Gewinn zu schlagen. "Kirchen verlieren so ihre alte Funktion als religiöse Stätten mit wichtigen Kunstschätzen, die allen offen stehen", so Paolucci.
Auch Konsumentenschützer protestieren
Auch Konsumentenschutzverbände sind dagegen, da Italien ohnehin eine kostspieliges Land für Touristen geworden sei. Um die weltbekannten Uffizien zu besuchen, müsse man 8,50 Euro hinlegen, dasselbe gilt für einen Besucher in der Galleria Palatina in Florenz. Ab nächstem Jahr könnte allerdings ein "Stadtticket" eingeführt werden, das den Besuch aller Museen ermöglichen soll.
Kostspieliege Restaurierungen
Der Verwalter der Florentiner Basilika Santa Croce, Giuseppe De Micheli, verteidigte die Eintrittskarten. "Einige Kirchen sind in Italien echte Kunstschätze, die kostspieligen Restaurierungen unterzogen werden müssen. Sie müssen auch vom Massentourismus geschützt werden", sagt Micheli laut der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" (apa)
