Freitag, 26. November 2004

AK bekommt Recht: Einheitliche Preise für Skilift-Karten gehen gegen das Gesetz

  • Kartellgericht sieht Verletzung des europäischen Rechts
  • Nun bestimmen die Skiorte selbst über ihre Preise

Die Arbeiterkammer (AK) hat den Skiverbund Amadé prüfen lassen, weil dieser in verschiedenen Ski-Gebieten immer die selben Liftpreise verlangt hat. Der AK wurde bestätigt, dass es sich hier tatsächlich um ein Preiskartell handelt. Nun bestimmen die einzelnen Mitglieder des Skiverbundes selbständig über ihre Liftkartenpreise.

Wegen gleicher Preise hat die AK in der letzten Wintersaison den Skiverbund Amadé prüfen lassen und Recht bekommen, dass er ein Preiskartell sei. Ein AK Test zeigt: Heuer gibt es im Skiverbund Amadé unterschiedliche Preise und bessere Familienangebote - Tageskarte für Erwachsene von 32,5 bis 34,5 Euro. Die Mitglieder des Skiverbundes - Salzburger Sportwelt, Gastein, Hochkönig, Schladming, Großarl - bestimmen die Tageskartenpreise eigenständig.
"Das ist ein erster wichtiger Schritt zu mehr Wettbewerb und ein Erfolg unseres Kartellverfahrens", sagt AK Experte Helmut Gahleitner.

Neues Wettbewerbsrecht
Das Kartellgericht hat festgestellt, dass der Skiverbund Amadé grenzüberschreitend wirkt und somit den EU-Wettbewerbsregeln unterliegt. Das neue europäische Wettbewerbsrecht, das seit Mai 2004 auch für Österreich gilt, sieht nun kein Genehmigungsverfahren für Kooperationen mehr vor. Der Skiverbund Amadé muss jetzt selbst beurteilen, ob der neue Kooperationsvertrag zwischen den Mitgliedern des Skiverbundes Amadé kartellrechtlich zulässig ist oder nicht. "In diesem neuen Vertrag verpflichten sich die Mitglieder des Skiverbundes, die Tageskartenpreise selbständig festzulegen", so Gahleitner.

Kartenpreise erhoben
Die AK wollte wissen, was die Skiliftkarten heuer kosten. Kreutzer, Fischer und Partner haben im Auftrag der AK in den größten Skigebieten Österreichs im Oktober für die Wintersaison 2004/2005 die Preise für Tages-, 6-Tages- und Saisonkarten für Erwachsene, Jugendliche und Kinder erhoben. Überprüft wurden die größten österreichischen Skiverbünde in Salzburg, Vorarlberg, Tirol und Kärnten.

Familienangebote und Familientage
Die Tageskarte für Erwachsene kostet im Skiverbund Amadé je nach Skigebiet heuer zwischen 32,5 und 34,5, Euro, wobei sie in den zugehörigen Klein-Skigebieten wie Eben oder Goldegg günstiger ist und man eine Tageskarte schon ab 23,5 Euro bekommt. Die AK Forderung nach verbesserten Familienangeboten wurde ebenfalls erfüllt. Kinder unter 6 Jahren fahren gratis, Freifahrt für Kinder und Jugendliche ab dem dritten Kind. Neben den bereits vorhandenen Familienangeboten gibt es noch zusätzlich spezielle Familientage an 10 Samstagen (zwei pro Region), an denen die Karten für Kinder um mindestens ein Drittel günstiger sein werden.

Gemeinsamer Spipass
Bei den Mehrtages- und Wochenkarten hat der Skiverbund weiterhin einen gemeinsamen Skipass. In diesem Bereich steht der Skiverbund Amadé im starken Wettbewerb zu anderen attraktiven Skiorten. "Ein gemeinsamer Marktauftritt ist daher sowohl betriebs- als auch volkswirtschaftlich gerechtfertigt", sagt Gahleitner.

Tirol und Vorarlberg teurer
Der AK Preisvergleich zeigt auch, dass die Liftkartenpreise in Österreichs größtem Skiverbund Amadé mit über 850 Pistenkilometer etwa im Durchschnitt vergleichbarer Skigebiete liegen. Teurere vergleichbare Skigebiete gibt es in Tirol und Vorarlberg. (red)

26.11.2004 12:22