Mittwoch, 24. November 2004

Neue Jagd auf Golf & Co

  • Pkw-Klau: Diebstahl auf Bestellung: Wie die Autoschieber-Mafia von Wien aus operiert.
  • Am Tatort: Exklusivfotos: NEWS dokumentiert die Verhaftung eines Autodiebes in Polen.

Immer öfter knackt die Mafia Kleinautos: Der Schwarzmarkt im Osten braucht billigen Nachschub

Die schwer bewaffneten Männer haben seit dem frühen Morgen auf ihn gewartet. Als Adam S. schließlich – noch schlaftrunken – aus dem observierten Zinshaus kommt und in einen gold-silbernen Smart Forfour einsteigen will, wird er brutal zu Boden gerissen. Drei Hünen in schwarzen Overalls drücken sein Gesicht auf den Asphalt und legen ihm Handschellen an.

In der rechten Hand hält der Verdächtige den passenden Autoschlüssel. Nur zwei Tage zuvor wurde der neuwertige Pkw – Kaufpreis: 16.000 Euro – in Wien-Neubau gestohlen.

NEWS live beim Zugriff. Freitag der Vorwoche spielten sich in Lodz, mit 850.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Polens, Szenen wie aus einem Kriminalfilm ab: In einem Innenhof wird vor den Augen zahlreicher Passanten der mehrfach vorbestrafte Adam S. festgenommen. Der 34-Jährige steht im Verdacht, einer Autoschieberbande anzugehören. Bei der Hausdurchsuchung in seiner Wohnung werden noch zwei weitere Autoschlüssel und gefälschte Papiere gefunden.

Adam S. ist bereits der fünfunddreißigste Autodieb in diesem Jahr, den die so genannte „Rutkowski Patrol“ hochgehen hat lassen, jener Smart, der unweit der Wohnung von Adam S. geparkt war, die vierhundertsiebente Sicherstellung eines Pkws. Gut dreißig Mann – allesamt Expolizisten – gehören der privaten Eliteeinheit des Detektivs Krzysztof Rutkowski an. Der gebürtige Pole mit österreichischem Pass hat in seinem Heimatland Kultstatus, „James Bond von Polen“ nennen ihn die hiesigen Medien.

„Wir haben überall unsere Informanten sitzen und arbeiten für 78 Versicherungsanstalten weltweit“, sagt der 44-Jährige, der selbst einen BMW 645i fährt – mit Blaulicht, versteht sich.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS

24.11.2004 15:08