Internationale Insolvenzstatistik: Österreich bei Pleiten unter Top 3!
- Nur Ungarn und Slowakei mit höherer Insolvenzquote
·Österreichs "Kids" als Wirtschaftsfaktor!
Durchschnittlich 14 Euro Taschengeld im Monat
·Die Österreicher sparen jetzt weniger
Sparquote in den letzten 15 Jahren fast halbiert
Im ersten Halbjahr 2004 schlitterten in Österreich - gemessen an der Zahl der aktiven Unternehmen - mehr Firmen in die Insolvenz als sonst wo in Westeuropa. Auch im internationalen Vergleich wiesen laut Kreditschutzverband von 1870 nur Ungarn und die Slowakei höhere Werte auf. In absoluten Zahlen wurden 3.097 heimische Unternehmen zahlungsunfähig, um 16,9 Prozent mehr als im Vergleich zu 2003.
Als Grund für das "österreichische Insolvenzdebakel" führt der KSV vor allem die mangels Masse abgewiesenen Konkurse an. Zwei Drittel dieser Konkurse haben nach Einschätzung der Kreditschützer einen strafrechtlich relevanten Hintergrund. Die heimischen Strafbehörden weigerten sich allerdings weiterhin, diese zu untersuchen, da sie einen konkreten Tatverdacht für eine staatsanwaltliche Vorerhebung bzw. -untersuchung benötigen.
"Prinzipiell muss man sich die Frage stellen, wie viel mehr konkreten Tatverdacht man braucht. Wenn jemand pleite geht und nicht einmal mehr genug Geld für das Verfahren aufgebracht werden kann, kann das doch sicherlich nicht mehr als bloße Ungeschicklichkeit oder Unerfahrenheit in geschäftlichen Angelegenheiten bewertet werden", kritisiert der Insolvenzexperte des KSV, Hans-Geog-Kantner.
Die Insolvenzrate lag in Österreich bei 1,8 Prozent, verglichen mit 2,1 Prozent in Ungarn und 1,9 Prozent in der Slowakei. Damit belegt Österreich in der Insolvenzstatistik der EU (inklusive Schweiz und Norwegen) den traurigen Spitzenplatz, gefolgt von Frankreich und Deutschland mit einer Insolvenzrate von jeweils 1,4 Prozent und den Niederlanden mit 1,3 Prozent, sowie Belgien mit 1,2 Prozent.
Die Länder mit den geringsten Firmenpleiten waren im ersten Halbjahr Spanien mit 446 (-5,1 Prozent) bzw. einer Rate unter 0,1 Prozent, Griechenland mit (geschätzt) 375 Insolvenzen bzw. einer Rate von 0,1 Prozent und Irland mit 139 zahlungsunfähigen Firmen bzw. 0,2 Prozent. (apa)

