Donnerstag, 25. November 2004

Champions-League: Drei italienische Klubs vor letzten Spieltag schon weiter

  • Titelverteidiger Porto klammert sich an Strohhalm
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Italien überwintert mit drei Klubs in der Fußball-Champions League, Titelverteidiger FC Porto muss am letzten Spieltag der Gruppenphase sogar noch um den Einzug in den UEFA-Cup bangen. Während die "Azzurri" mit Juventus Turin, Inter und AC Milan im kommenden Jahr das Achtelfinale der "Königsklasse" in Angriff nehmen werden, droht den Portugiesen ein halbes Jahr nach dem Überraschungscoup von Gelsenkirchen das jähe Ende ihrer Europacup-Träume. Neben Milan lösten am Mittwoch FC Barcelona und erstmals im neunten Anlauf auch PSV Eindhoven das Ticket für die K.o.-Runde, für die Bayern München, Manchester United, Olympique Lyon und Chelsea schon qualifiziert waren.

Porto klammerte sich durch ein Tor des Südafrikaners Benny McCarthy (28.) in der "heißen Kälte" ("O Jogo") von Moskau an den Strohhalm zum Weiterkommen, doch aus eigener Kraft kann es der Titelträger nicht mehr schaffen. Mit viel Brisanz gehen die letzten Spiele der Vorrundengruppe H am 7. Dezember in Szene, denn ausgerechnet Portos Meistermacher Jose Mourinho, der mit Chelsea beim 0:0 gegen Paris St. Germain erstmals zwei Punkte abgab, könnte seinen Ex-Klub ins internationale Aus befördern. Verliert Porto zu Hause gegen Chelsea und Paris St. Germain gegen ZSKA Moskau, bleibt den Portugiesen nicht einmal der UEFA-Cup.

Porto hofft auf Hilfe von Ex-Coach Mourinho
Porto hofft nun auf einen Freundschaftsdienst des Ex-Trainers. Mourinho schonte gegen Paris ("Es war ein Spiel ohne Würze") sieben Stammkräfte und wird es laut "Daily Mirror" in Porto wieder tun, denn fünf Tage nach dem für die Londoner unbedeutenden Spiel steigt in England der Premier-League-Gipfel gegen Arsenal. Die "Gunners" sind in der Eliteliga dagegen noch nicht durch, brauchen in der Gruppe E nach dem mageren 1:1 in Eindhoven einen Sieg gegen das gescheiterte Team von Rosenborg Trondheim (2:2 gegen Panathinaikos durch zwei Tore des Ex-Austrianers Helstad), um Panathinaikos Athen hinter sich zu lassen.

Lehmann patzte erneut bei Arsenals Remis
Arsenals Torhüter Jens Lehmann traf beim Gegentor von Andre Ooijer (8.), das Thierry Henry ausglich (31.), wieder einmal eine Mitschuld. "Lehmann flatterte orientierungslos durch die Luft", schrieb die "Sun". Von Trainer Arsene Wenger gab es Schelte für einen weiteren Deutschen: Schiedsrichter Herbert Fandel hatte Lauren (65.) und Patrick Viera (78.) wegen wiederholten Foulspiels vom Platz gestellt.

Rijkaard kritisiert Defensiv-Taktik von Celtic
Ein 1:1 reichte dem FC Barcelona gegen Celtic Glasgow, das trotz der Abwehrschlacht in der Gruppe F auf der Strecke blieb. "Celtic stellte einen Bus vor das Tor", schimpfte die Zeitung "Sport" im Duett mit Barca-Trainer Frank Rijkaard: "Celtic spielte Anti-Fußball." Milan reichte die zweite Hälfte, um durch Kaka (52./90.) und Hernan Crespo (53./85.) den 4:0-Erfolg über Schachtjor Donezk sowie den Einzug in die Runde der letzten 16 klar zu machen. In Anspielung auf das 4-3-2-1-System der Mailänder jubilierte die "Gazzetta dello Sport": "Milan zündet den Weihnachtsbaum an."

Milan-Star Schewtschenko mit Gedanken in der Heimat
Dem verletzt zuschauenden Andrej Schewtschenko war indes nicht zum Feiern zumute. Der Stürmerstar aus der Ukraine war mit den Gedanken in seiner Heimat, wo zigtausend Menschen seit Tagen bei klirrender Kälte wegen vermuteten Wahl-Betrugs demonstrieren. "Ich zittere mit Kiew. Dort lebt meine Familie. Ich mache mir Sorgen", sagte Schewtschenko.

In der Gruppe G verpasste Werder Bremen die Qualifikation. Der deutsche Meister kam gegen Inter zu einem 1:1 und darf zum Abschluss im direkten Duell in Valencia nicht mit 0:1 oder mit zwei Toren Differenz verlieren.

25.11.2004 14:46