Bittere Niederlage in der Kälte: Austria hadert bei Dnjepropetrowsk mit dem Schicksal
- 1:0-Pleite nach glückloser Leistung bei eisigen Graden
- Austria-Fans in der Ukraine von Schlägertrupp verprügelt
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Bei tief winterlichen Temperaturen hat die Wiener Austria in der Ukraine die erste Niederlage im laufenden UEFA-Cup-Wettbewerb kassiert. Die Violetten mussten sich bei minus zehn Grad im zweiten Spiel der Gruppe C Dnjepr Dnjepropetrowsk 0:1 (0:1) geschlagen geben. Der aktuelle Neuntplatzierte der ukrainischen Meisterschaft setzte sich dank eines Treffers von Nasarenko (19.) durch, feierte den dritten Sieg im dritten Spiel und löste vorzeitig das Ticket für die K.o.-Phase.
Ohne die fünf verletzten Stammspieler Rushfeldt, Kiesenebner, Dheedene, Wagner und Dospel spielte die Austria 75 Minuten lang wie vor Kälte erstarrt, erst in der Schlussphase taute die Kronsteiner-Truppe auf. Die Schlussoffensive kam jedoch zu spät und so kann das Match am kommenden Mittwoch zu Hause gegen den FC Brügge bereits als echtes Schlüsselspiel bezeichnet werden.
Trotz klirrender Kälte pilgerten 17.000 Zuschauer ins Meteor-Stadion, in dem die Farbe Orange, jene der Opposition von Viktor Juschtschenko, verboten war. Die Akteure schützten sich auf unterschiedliche Art vor dem Frost, die Austrianer Didulica, Papac und Afolabi spielten mit zu Stirnbändern umfunktionierten, abgeschnittenen Kappen, Dnjepr-Mittelfeldspieler Radtschenko lief mit langer, schwarzer Strumpfhose aufs Feld. Abgehärteter präsentierte sich hingegen der ukrainische Schlussmann Kernosenko, der mit kurzer Hose sein Tor erfolgreich hütete.
Eisige Kälte fror das Spieltempo ein
Die Hausherren, die zuvor in Gruppe C FC Brügge (3:2) und Utrecht (2:1) bezwungen hatten, starteten mit einem defensiven 3-6-1-System, auch die stark ersatzgeschwächten Gäste aus Wien ließen es eher ruhig angehen. Den ersten Schuss aufs Tor feuerte die Austria durch Blanchard ab (18./zentral auf Kernosenko), im Gegenzug schlug jedoch Dnjepr wie aus dem Nichts zu. Nasarenko ließ Metz stehen uns schoss von knapp außerhalb des Strafraumes mit einem satten und präzisen Schuss ins rechte Eck zum 1:0 ein (19.).
Trotz der neuen Ausgangslage änderte sich am Charakter des Spiels nur wenig. Auf beiden Seiten klappte kaum einmal eine flüssige Aktion, so blieben Chancen weiterhin Mangelware. Die Austria probierte es zunächst mit zwei Fernschüssen von Papac (25./drüber) und Metz (44./Kernosenko parierte). Auch nach dem Wechsel wurde offensichtlich, wie schmerzlich die Austria Leistungsträger wie Kiesenebner oder Rushfeldt vermisst. Vor allem das offensive Mittelfeld ließ beinahe völlig aus.
Schlussoffensive kam zu spät
Die erste richtige Austria-Chance vergab Gilewicz nach Sionko-Hereingabe (61.), Dnjepr lauerte auf Konter und wurde durch Rykun (72.) und Goldtorschütze Nasarenko (73.) gefährlich. Erst in der Schlussphase wachten die Gäste richtig auf und drängten vehement auf das 1:1. Nach Flanke von Papac rettete Melaschtschenko vor dem eingewechselten Dosunmu (77.), Janocko, ebenfalls ein "Joker", schoss knapp über die Latte (80.) und Blanchard scheiterte mit einem tollen Schuss an Kernosenko (84.). Die letzte Chance vergab Vastic, der einen Freistoß aus 25 Metern knapp neben das Tor setzte (91.).
Für die Austria war es im sechsten Spiel der UEFA-Cup-Saison 2004/2005 die erste Niederlage. Gegen Mariupol (0:0,3:0), Legia Warschau (1:0,3:1) und Saragossa (1:0) hatte es zuvor vier Siege und ein Remis gegeben. Die ÖFB-Statistik gegen Dnjepr bleibt trist, die Ukrainer haben gegen die drei Österreich-Klubs FC Tirol (Meistercup-Cup 1989/1990), Admira (UEFA-Cup 1993/1994) und Austria nun vier Siege und ein Unentschieden zu Buche stehen.
Zehn "Bulldogs" von 30-köpfiger Horde attackiert
Zehn Mitglieder des Austria-Wien-Fanklubs "Bulldogs" sind vor dem Spiel von einem 30-köpfigen Schlägertrupp brutal verprügelt worden. Beim Verlassen einer Pizzeria, die sich 300 Meter vom Austria-Mannschaftshotel befindet, wurden die Österreicher am Spieltag von der Horde attackiert, Austria-Arzt Alexander Kmen verarztete daraufhin die Verletzten und diagnostizierte u.a. eine Jochbeinprellung und eine Rissquetschwunde am Kopf.
Die Vorfälle wurden von einem ORF-Team gefilmt, das Material für einen Bericht in der TV-Reportage-Sendung "Am Schauplatz" sammelte. Allerdings wurde dabei eine ORF-Kamera beschädigt, außerdem wurden dem ORF-Team Gepäckstücke gestohlen.
Für die "Bulldogs" war es das i-Tüpfelchen einer verpatzten Reise, denn ihr Bus war bei der Anreise in Lemberg (Lwiw/UKR) defekt stehen geblieben. Nach einer rund 20-stündigen Bahnreise landeten die Fans dann aber doch noch in Djnepropetrowsk, wo sie schließlich Opfer der Schläger wurden. Grund für den Angriff sollen angebliche Austria-Provokationen via Internet gewesen sein. (apa/red)
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