Mittwoch, 24. November 2004

FC-Tirol-Prozess: Ex-Bankdirektor Hakl belastet Ex-Manager Hochstaffl schwer

  • "Langes-Swarovski sagte nie, er saniere den FC Tirol"
  • PLUS: Die Chronologie des Tiroler Absturzes

Im Strafprozess um die Pleite des FC Tirols im Jahr 2002 wurde am Mittwoch der ehemalige Tiroler Raiffeisen-General Fritz Hakl als Zeuge einvernommen. Hakl schilderte vor Richter Anton Mayr, wie es im Frühjahr 2002 zu einem neun Millionen Schilling Kredit kam und wie er versuchte, mit Hilfe von Gernot Langes Swarovski dem FC Tirol zu helfen.

Anfang April 2002 habe der ehemalige Manager Robert Hochstaffl, der wie die Ex-Präsidenten Othmar Bruckmüller und Martin Kerscher wegen fahrlässiger Krida angeklagt ist, Hakl um Hilfe gebeten, da er wegen Spielergehälter anstehe. Der FC Tirol bekam einen Kredit über neun Millionen Schilling. Zur Sicherheit habe Hochstaffl eine Grundbucheintragung für ein Haus in Innsbruck angeboten.

Hakl: "Hochstaffl hat mir vorgegaukelt"
"Hochstaffl hat mir vorgegaukelt, wir müssten schnell handeln, denn sonst wären die Spieler frei", sagte Hakl. Als die RLB Tirol zwei Tage später zur Sicherung das Pfandrecht ins Grundbuch eintragen wollte, war bereits eine "Plombe" drauf, war dieses Haus bereits mit Pfandrechten zugepflastert. "Hochstaffl sagte mir dann, er hätte das Pfand vergessen, das wäre sicher keine böse Absicht gewesen", so Hakl.

Zwei Wochen nach dem ersten Kredit kontaktierte Hochstaffl nochmals den Raiffeisen-Boss. Hakl solle einen Kontakt zu Gernot Langes Swarovski herstellen, damit Tirol einen weiteren Kredit über neun Millionen Schilling bekäme. "Langes hat damals gesagt, es wäre ewig schade, wenn der Verein in die Luft fliegt", sagte Hakl.

"Es gab nie eine fixe Sanierungszusage durch Langes"
So bekam der FC Tirol nochmals einen Kredit und die Zusage von Langes, er werde sich um potente Sponsoren bemühen, um das 200 Millionen Schilling Loch beim Innsbrucker Klub zu decken. "Drei Wochen sagte mir Langes, er hätte keinen Erfolg gehabt. Da bin ich an die Öffentlichkeit gegangen und habe gesagt, der Verein ist nicht mehr zu retten", erinnerte sich Hakl. "Es gab nie eine fixe Sanierungszusage durch Langes".

Wenn er alles gewusst hätte, hätte laut Hakl die RLB Tirol den ersten Kredit nicht gegeben. "Dann hätte ich mich gar nicht bemüht", sagte Hakl, "ich habe den Eindruck gehabt. Dass die handelnden Personen beim FC Tirol die Sachen nicht ehrlich auf den Tisch legen." Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

(apa/red)

24.11.2004 12:15